Panorama

Nachtruhe für den Buckelwal "Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut"

01.04.2026, 05:36 Uhr
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Der Buckelwal liegt weiterhin vor der Insel Poel fest. (Foto: dpa)

Der Buckelwal in der Ostsee hat sich erneut festgeschwommen, die Lage ist kritisch. In der Nacht gibt es keine neuen Rettungsaktionen. Experten hoffen, dass etwas Ruhe dem Tier zu neuen Kräften verhilft.

Das Drama um den Buckelwal vor Wismars Ostseeküste nimmt kein Ende. "Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut. Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass der Wal sich aus eigenem Antrieb wieder in Bewegung setzt", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Umweltministeriums und der beteiligten Organisationen.

In der Nacht gab es keine weitere Rettungsaktion. "Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben", so das Ministerium. Die Lage bleibe kritisch. Der bereits mehrfach gestrandete Wal hatte sich am Dienstag im flachen Wasser vor der Insel Poel festgesetzt.

Auch Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace sagte: "Wir hoffen, dass ihm Ruhe erneut die Möglichkeit gibt, dass er die Kraft zusammennimmt und da nochmal freischwimmt." Das Tier sei aktiv und versuche freizukommen. "Wir geben die Hoffnung natürlich nicht auf, aber sein Gesamtzustand ist einfach nicht gut und seine Prognose ist dementsprechend auch nicht gut", sagte Saalmann.

Wal liegt in flachem Wasser

Die Liegeposition des Wals sei ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach sei, heißt es in der Mitteilung. Dazu sei die Bucht sehr verwinkelt. "Sollte sich der Wal morgen noch an seinem derzeitigen Liegeplatz befinden, werden die Fachleute ihn in Augenschein nehmen."

Das Tier war zwischenzeitlich abgetaucht, wurde aber am Dienstagvormittag erneut gesichtet. Dabei schwamm es zunächst frei. Doch dann folgte der nächste Dämpfer: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus und Greenpeace teilten mit, dass der Meeressäuger wieder festsitze. Allerdings liege er so auf, dass er sich von selbst befreien könne - wenn er denn wolle.

Der etwa 12 bis 15 Meter lange Buckelwal irrt seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Dort gehört er allerdings nicht hin, die Bedingungen sind für größere Wale nicht geeignet. Fachleuten zufolge leidet der Wal wegen des niedrigen Salzgehalts des Wassers und massiven Hautproblemen. Außerdem hatte er sich auf seiner Odyssee in einem Netz verfangen und immer noch Reste im Maul. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten ihn von einem Teil des Materials befreit. Es ist aber unklar, ob das Tier größere Netzteile verschluckt hat.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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