Panorama

Corona-Rebellion in Niederlanden Geschäfte wollen trotz Lockdown öffnen

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Im sonst so belebten Amsterdam sind derzeit alle Geschäfte geschlossen.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Seit 19. Dezember gilt in den Niederlanden ein harter Lockdown. Zahlreiche Provinzen und Unternehmen haben davon genug. Sie fordern ein Ende der Maßnahmen. Einige wollen sich widersetzen.

Die niederländische Regierung will fast vier Wochen nach Verhängung des Corona-Lockdowns die ersten Maßnahmen anscheinend wieder lockern. Unter anderem sollen Geschäfte und Hochschulen mit Einschränkungen wieder öffnen dürfen, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf Regierungskreise in Den Haag. Gaststätten und Kultureinrichtungen sollen den Medienberichten zufolge aber weiter geschlossen bleiben.

Die Regierung hatte am 19. Dezember einen vierwöchigen Lockdown beschlossen, um angesichts der Omikron-Welle Druck vom Gesundheitssystem zu nehmen. Allerdings stoßen die strengen Regeln in Wirtschaft und Bevölkerung auf immer größer werdenden Widerstand. Zahlreiche Provinzen und Unternehmen fordern ein Ende der Maßnahmen. Vor allem in den Grenzregionen zu Deutschland und Belgien wollen Geschäfte und Gaststätten am Wochenende trotz Verbotes öffnen.

Eine Entscheidung über mögliche Lockerungen fällt am Freitag. Tags zuvor kommt die Regierung in Den Haag zu ihren Beratungen zusammen.

"Grenze des Hinnehmbaren erreicht"

Die Niederlande sind derzeit das einzige europäische Land mit einem harten Lockdown. Nur Läden mit notwendigen Produkten wie Supermärkte und Apotheken sind geöffnet. Die 17,5 Millionen Bürger dürfen maximal zwei Besucher empfangen.

Vertreter der Provinzen nahe der deutschen Grenze appellierten in Medien an die Regierung, die Maßnahmen zu lockern. 21 Bürgermeister aus der Provinz Gelderland im Osten erklärten am Mittwochabend, dass bei Geschäften, Gaststätten, und dem Sport- und Kultursektor die Grenze des Hinnehmbaren erreicht sei. "Die Unternehmer und die Gesellschaft brauchen eine Perspektive."

Auch Hochschulen und Universitäten fordern eine Lockerung. Angesichts extrem hoher Infektionszahlen ist Gesundheitsminister Ernst Kuipers aber bisher skeptisch. "Unter den gegenwärtigen Umständen gibt es wenig Möglichkeiten, sehr viel zu lockern", sagte er. Täglich werden mehr als 30.000 Neuinfektionen registriert. Allerdings geht die Zahl der Patienten in Krankenhäusern zurück.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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