Panorama

Silvesterübergriffe erfunden Getötete war wegen Falschaussage angeklagt

102992201.jpg

Die von einem Spaziergänger in einem Park entdeckte Leiche ist identifiziert.

picture alliance / Boris Roessle

Irina A. behauptete, sie sei Silvester Opfer eines Sexmobs in Frankfurt geworden. Doch ihre Geschichte war offenbar nur erfunden. Nun ist die Frau tot. Ihre Leiche wurde in einem Park gefunden.

Die in einem Park in Frankfurt am Main tot aufgefundene Frau ist identifiziert. Es handelt sich um die 29-jährige Irina A., die Anfang 2017 im Mittelpunkt einer erfundenen Geschichte um sexuelle Übergriffe von Ausländern in der Silvesternacht gestanden hatte, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Frankfurterin sei durch mehrere Stichverletzungen getötet worden.

Wegen der Lügengeschichte über den Sexmob hatte die Staatsanwaltschaft im November gegen die Frau und einen damals 49-jährigen Gastronomen Anklage wegen Vortäuschens einer Straftat erhoben. Ob die Tat in einer Beziehung zu ihrer früheren Lügengeschichte steht, ist den Angaben der Polizei zufolge derzeit unklar. Es werde aber auch in diese Richtung ermittelt, sagte der Polizeisprecher.

Die Frau und der Betreiber einer Bar hatten in der "Bild"-Zeitung Anfang vergangenen Jahres behauptet, in der Silvesternacht habe es in der Frankfurter "Freßgass" sexuelle Übergriffe, Körperverletzungen, Diebstähle sowie äußerst aggressives Verhalten "von Massen an Flüchtlingen" gegeben. Die Zeitung zitierte die Frau mit den Worten: "Sie fassten mir unter den Rock, zwischen die Beine, an meine Brüste, überall hin - immer mehr dieser Typen kamen, ihre Hände waren überall."

Recherchen der Polizei ergaben dann aber, dass die Geschichte frei erfunden war. Die Frau habe sich in der Silvesternacht nicht einmal in Frankfurt aufgehalten und könne damit auch nicht Opfer der von ihr beklagten sexuellen Übergriffe geworden sein, hieß es. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin im vergangenen November Anklage wegen Vortäuschens einer Straftat gegen A. und den Wirt.

Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, das Verfahren gegen den Wirt werde auch nach dem Tod der zweiten Angeklagten wie geplant beginnen. Der Prozess vor dem Amtsgericht Frankfurt ist nach bisheriger Planung für den 8. Juni vorgesehen.

Quelle: n-tv.de, mra/AFP/dpa

Mehr zum Thema