Panorama
Über den Mittelgebirgen sowie im Bereich Alpen und Schwarzwald können am Wochenende lokale Gewitter auftreten.
Über den Mittelgebirgen sowie im Bereich Alpen und Schwarzwald können am Wochenende lokale Gewitter auftreten.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 20. April 2018

Temperaturen bleiben sommerlich: Gewitter können den Sonnenschein trüben

Sonne satt - und das im April. Der als wechselhaft berüchtigte Monat zeigt sich momentan von seiner besten Seite. Bleibt das auch so? Mancherorts schon, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Das Wetter ist wirklich traumhaft. Bleibt es auch am Wochenende so schön?

Björn Alexander: Am Samstag bringt die Wetterkarte vielerorts nochmals richtig viel Sonne und nur vereinzelte Schönheitsfehler in Form von lokalen Gewittern. Am Sonntag werden die gewittrigen Ausnahmen dann leider häufiger und heftiger, lassen aber auch der Sonne und den sommerlichen Temperaturen noch einigen Freiraum. Erst in der neuen Woche kippt das Wetter.

Nass und kalt?

Zumindest wechselhafter mit Schauern, windig und kühler mit den jahreszeitlich angepassten Temperaturen.

Also Aprilwetter?

Im Prinzip schon. Denn auch in der nächsten Woche gilt: auf die Sonne müssen wir zwischendrin nicht ganz verzichten. Im Übrigen braucht die Natur den Regen jetzt unbedingt, die Waldbrandgefahr ist schon recht hoch und die Allergiker können damit auch mal wieder etwas befreiter durchatmen.

Und dabei könnte man angesichts der momentanen Wetterlage schon fast vermuten, dass sich der April zum neuen August mausern möchte.

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

So ganz abwegig ist das auch gar nicht. Der April 2018 reiht sich nämlich nahtlos in die (viel) zu warmen Aprilmonate seit 2007 ein. Alle zwölf waren zu warm. Fünf davon mehr als drei Grad über den Mittelwerten von 1961 bis 1990. Damit entfernt sich der April immer mehr von seinem Ruf, launisch zu sein, das klassische Aprilwetter (Sonne gemixt mit Regen, Schnee- und Graupelschauern) fand einmal mehr schlicht nicht statt - außer am Ostersonntag, dem 1. April.

Das war aber doch nicht immer so, oder?

Nein. Die sehr sonnigen, trockenen und warmen Aprilmonate fanden in dieser Ausprägung früher (letzte 200 Jahre) nicht statt. Im Jahr 1800 soll es einen ähnlich außergewöhnlichen April gegeben haben. Das steht aber auf dünnen (Daten-)Beinchen.

Lässt sich das mit dem Klimawandel erklären?

Auf jeden Fall korreliert das miteinander. Denn offensichtlich finden die Wetterlagen (zum Beispiel Rückseiten von Tiefdruckgebieten mit Kaltluft polaren Ursprungs) so gut wie gar nicht mehr oder nur noch gelegentlich statt. Wie beispielsweise im letzten Jahr, wo zu dieser Zeit im April teilweise noch Schnee lag und die Blüten - nach dem sehr warmen März - reihenweise erfroren sind. Der gesamte April war temperaturtechnisch aber dennoch minimal über dem langjährigen Mittelwert.

Dann schauen wir doch mal auf die Details. Wie wird der Samstag genau?

Zunächst bleibt alles beim Alten. Die Sonne dominiert nebst harmloser Wolken. Jedoch schwächelt - fast schon unbemerkt - das Schönwetterhoch "Norbert" und verlagert sich ein Stück weiter in Richtung Südosteuropa. Das hat am Samstag zwei Folgen. Einerseits sind über den Mittelgebirgen sowie im Bereich Alpen und Schwarzwald mächtigere Quellwolken möglich, die nachmittags und abends lokale Gewitter bringen können. Zum anderen meldet sich im Norden Deutschlands eine schlappe Kaltfront an, die die Temperaturen dort auf maximal 14 bis 20 Grad begrenzt. Ansonsten verweilt der Sommer bei 22 bis 28 Grad. Stellenweise vielleicht sogar noch etwas mehr.

Hätten wir jetzt tatsächlich August, dann würde ich sagen: ab ins kühle Nass. Aber das könnte momentan doch noch ein bisschen sehr kühl sein.

Das würde ich definitiv unterstützen. Ganz besonders in Nord- und Ostsee, wo es derzeit noch Wassertemperaturen zwischen sechs und elf Grad sind. Eine große Spanne gibt es auch bei den Temperaturen in deutschen Seen. So hat der Starnberger See heute acht Grad vermeldet. Andernorts, besonders im Südwesten, sind es aber schon 15 bis 17 Grad. Gemessen in einem Meter Wassertiefe. In den flacheren Uferbereichen sind es sicherlich auch mal etwas mehr.

Wie verläuft das Wetter am Sonntag?

Meistens beginnt auch der Sonntag freundlich oder sonnig. Einzig im Westen sind schon früh Regengüsse sowie Blitz und Donner drin. Und die breiten sich im Tagesverlauf immer weiter aus. In der warmen und energiereichen Luft sind vereinzelt leider auch Unwetter durch Starkregen, Hagel und Sturmböen nicht auszuschließen. Zuvor gibt der Sommer nochmals alles und bringt es auf 22 bis 28 Grad. Frischer ist es mit 14 bis 21 Grad nach wie vor bei den Nordlichtern.

Was bringt die nächste Woche?

Am Montag schwenkt eine Kaltfront von West nach Ost durch und bringt teils kräftige Schauer und Gewitter samt Sturmböen mit. Generell stürmisch ist es an den Küsten und im Bergland. Die Temperaturen entfernen sich vom Sommer mit maximal 10 bis 22 Grad. Dienstag wird es im Süden wieder sonniger. Im übrigen Land bleibt es weiter unbeständig bei einer ähnlichen Spanne zwischen 9 und 22 Grad.

Und danach? Schließlich endet dann schon bald der April und der Wonnemonat Mai beginnt.

Hier werden die Prognosen der Wettercomputer recht unsicher. Die größte Wahrscheinlichkeit sehen die Modelle für die wechselhafte Variante bei Höchstwerten von 10 bis um die 20 Grad. Auch leichter Bodenfrost ist dabei nachts stellenweise nicht auszuschließen. Ob es zum Monatswechsel wieder stabiler und wärmer wird, ist momentan leider noch vollkommen offen.

Quelle: n-tv.de