Panorama

Schweigeminute für Newtown-Opfer Glocken schlagen 26 Mal

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(Foto: REUTERS)

Eine Woche nach dem Amoklauf an einer Schule in Connecticut gedenken Menschen in der ganzen USA mit einer Schweigeminute der Opfer. Die Debatte um strengere Waffengesetze geht derweil weiter. Die NRA will Schulen mit Waffen schützen, Ohio liberalisiert seine Waffengesetze.

Viele US-Bürger haben der Opfer des Amoklaufs von Newtown eine Woche zuvor gedacht. Während die Fahnen im Regen auf Halbmast wehten, schlugen Kirchenglocken langsam 26 Mal - für jedes Opfer in der Schule einmal. Viele Bundesstaaten hatten sich dem Vorschlag Connecticuts angeschlossen und auch um eine Schweigeminute um 9.30 Uhr (Ortszeit) gebeten - der Zeit, in der die ersten Kinder getötet wurden.

Auch die große Trauerglocke der Kathedrale von Washington läutete. In dem Gotteshaus versammelten sich Spitzenvertreter der protestantischen, katholischen, jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft. Sie forderten die politischen Verantwortlichen in einer Erklärung auf, schnell zu handeln und im Namen der Toten von Newtown der Waffengewalt ein Ende zu setzen. Der Streit um schärfere Waffengesetze ging unterdessen weiter. Der große Bundesstaat Ohio lockerte seine Vorschriften zum Tragen von Schusswaffen.

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David Keene, Präsident der Waffenlobby NRA, will sich heute äußern.

(Foto: REUTERS)

Am Freitag der vergangenen Woche hatte ein 20-Jähriger zunächst seine Mutter erschossen, bevor er in die Grundschule des Städtchens eindrang. Hier tötete er sechs Frauen und 20 Kinder. Die ältesten Schüler waren gerade sieben, der jüngste war drei Wochen zuvor sechs geworden. Als die Polizei anrückte, erschoss sich der Mann.

An der Schweigeminute beteiligte sich nach Angaben des Weißen Hauses auch Barack Obama. "20 wunderbare Kinder und sechs außergewöhnliche Erwachsene. Gemeinsam werden wir weitermachen und dafür sorgen, dass sich unser Land ihrer würdig erweist", twitterte der Präsident. In einem Video äußerte er zudem Verständnis für eine Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses zugunsten eines strengeren Waffenrechts, die mittlerweile fast 200.000 Menschen unterzeichneten. Obamas Frau Michelle Obama richtete einen offenen Brief an die Überlebenden. Darin heißt es unter anderen: "Als Mutter von zwei jungen Mädchen blutet mein Herz für Sie und Ihre Familien."

Obama hatte am Sonntag die Familien der Opfer besucht und ihnen Trost zugesprochen. In einer Rede auf einer Trauerfeier danach hatte er Aktionen angekündigt, um solche Tragödien künftig auszuschließen. Der Kampf gegen die mächtige Waffenlobby dürfte Obama etwas leichter fallen als anderen Politikern, weil es seine zweite und letzte Amtszeit ist.

Waffengesetze liberalisiert

Ohio hat seine Waffengesetze schon geändert - und sie weiter liberalisiert. So werden Waffenbesitzer künftig nur noch beim Erwerb einer Lizenz geprüft, nicht mehr bei deren Verlängerung. Außerdem dürfen Waffen verdeckt an mehr Plätzen getragen werden - selbst in der Garage des regionalen Parlaments in der Hauptstadt Columbus. Die Gesetzesänderung war allerdings lange vor dem Amoklauf angestoßen worden. Gouverneur John Kasich rief auch die Menschen in seinem Bundesstaat auf, sich an der Schweigeminute zu beteiligen.

Die US-Waffenlobby NRA tritt derweil für einen bewaffneten Schutz von Schulen ein. Das sagte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association, Wayne LaPierre, in Washington. Bei der Pressekonferenz kam es zu einem Zwischenfall: Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Die NRA ist auch die Lobby der Waffenhersteller und bekämpft normalerweise alle Versuche, die Waffengesetze zu verschärfen. Nach dem Massaker hatte die ansonsten sehr rege NRA aber fast fünf Tage komplett geschwiegen. Sie hatte dann mit der Erklärung überrascht, sie wolle mithelfen, dass solche Verbrechen nie mehr passieren.

Besonders umstritten sind Nachbauten von Sturmgewehren, wie sie auch der Amokläufer von Newtown verwendete. Sie können zwar nicht mit Dauerfeuer schießen, laden sich aber selbst nach und ermöglichen so eine rasche Schussfolge. Ein Magazin mit 30 Patronen kann innerhalb von einigen Sekunden leergeschossen werden. Der 20-Jährige hatte mehrere Magazine dabei und innerhalb von mehreren Minuten mehr als 100 Schüsse abgegeben. Einige Opfer hatten elf Einschusswunden.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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