Panorama

Amoklauf nach BeziehungsstreitGregor S. kam aus der Neonazi-Szene

23.05.2016, 17:18 Uhr
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Blick auf das Konzertgelände in Nenzing. Hier richtete Gregor S. ein Blutbad an. (Foto: AP)

Bei einer Rocker-Party sterben im Kugelhagel zwei Männer, elf werden verletzt. Nun gibt die Polizei Details über den Amokschützen von Nenzing bekannt. Es handelt sich um Gregor S., ein Mitglied des Skinhead-Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour".

Auf einem Konzert des Motorradclubs "The Lords" im österreichischen Nenzing (Vorarlberg) ist es am Sonntag zu einer Schießerei gekommen. Ein 27-jähriger Mann schoss wahllos in die Menge der rund 150 Konzertbesucher. Im Kugelhagel fanden zwei Männer den Tod. Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher sprach bei der Pressekonferenz von einem tragischen Ereignis, das es in dieser Form in Vorarlberg noch nicht geben habe. Es sei ein sehr schwieriger Einsatz für die Polizei gewesen, denn am Anfang habe man nicht gewusst, wo sich der Schütze befand. 17 Polizeistreifen, Diensthunde und die Beamten des Landeskriminalamtes waren an Ort und Stelle.

Bei dem Täter handelt es sich den Angaben zufolge um Gregor S., einen 27 Jahre alten Installateur aus der Region Bludenz. Er war Mitglied des Skinhead-Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour". Im Haus des Täters konnten mehrere Waffen, Munition und rechtsextreme Schriften sichergestellt werden. Die Initiative "Stoppt die Rechten" nannte den Täter einen "langjährigen Aktivisten der Vorarlberger Neonazi-Szene". 2005 griff S. mit einer Gruppe Skinheads ein Konzert der antifaschistischen Gruppierung "Antifa" an. S. war wegen acht Delikten - vor allem Körperverletzungen - rechtskräftig verurteilt worden. Seit sechs Jahren sei S. aber in diesem Zusammenhang nicht mehr in Erscheinung getreten. Aktiv war er laut Polizei von 2005 bis 2010.

"Es handelt sich um eine Kriegswaffe"

Das Motiv für den Amoklauf ist ein Beziehungsstreit. Gregor S. geriet gegen 3 Uhr morgens mit seiner Freundin in einen heftigen Streit, woraufhin der 27-Jährige nach Hause fuhr, die Tatwaffe holte und zum Fest zurückkehrte. Dort ging er zum Festivalgelände und schoss wahllos um sich. Anschließend tötete er sich mit einem Schuss in den Mund selbst. Die Lebensgefährtin, die mit ihm ein 17 Monate altes Kind hat, stand unmittelbar neben S., als dieser auf die Menschenmenge im Barbereich zielte. Laut Schwendinger flüchtete sie, meldete sich kurz darauf bei der Polizei und gab die Identität des Amokläufers bekannt. Sie sei psychisch sehr angeschlagen gewesen, konnte aber als Erste vernommen werden.

Der Täter schoss laut Auskunft der Polizei mit einem Nachbau einer Kalaschnikow. "Es handelt sich dabei um eine Kriegswaffe, die in Österreich verboten ist", sagte Chefinspektor Norbert Schwendinger bei der Pressekonferenz in Bregenz. Insgesamt habe der Mann mit rechtsextremem Hintergrund 30 Schüsse abgegeben. Geschossen hatte er vom Parkplatz aus im Beisein seiner Freundin. Bei der Durchsuchung seines Autos entdeckte die Polizei eine zweite vollautomatische Waffe, sie ist von der selben Bauart wie die Tatwaffe, sagte Schwendinger weiter.

Bei den Opfern handelt es sich um zwei Männer im Alter von 48 und 33 Jahren, beide Einheimische aus der Region fanden den Tod. Elf Personen zwischen 25 und 53 Jahren wurden durch Schüsse verletzt, ein Opfer schwebt noch in Lebensgefahr, zwei konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Quelle: ntv.de, dsi

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