Panorama

Abschottung gegen Migranten Griechenland baut Grenzzäune zur Türkei

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In unmittelbarer Nähe zum Grenzfluss Evros entstehen neue Zäune.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst im vergangenen Februar öffnet die Türkei unabgesprochen die eigene Grenze zur EU. Tausende Migranten versuchen in die Europäische Union zu gelangen. Als Reaktion darauf errichtet der griechische Staat nun auf einer Länge von etwa 27 Kilometern weitere Grenzanlagen.

Griechenland errichtet neue Grenzzäune entlang des Flusses Evros (türkisch: Meric) an der Grenze zur Türkei. Der Bau sei notwendig, "damit die griechischen Bürger sich sicher fühlen", erklärte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Staatsfernsehen nach einer Inspektion des Werdegangs des Projektes. Ankara droht immer wieder damit, erneut Tausenden Migranten zu erlauben, aus der Türkei nach Griechenland und damit auch in die EU zu kommen.

Im Norden des Grenzflusses beim Übergang Kastanies/Kapikule gibt es bereits einen etwa elf Kilometer langen Zaun. Zurzeit baut Athen an drei Abschnitten des südlichen Verlaufs des Flusses auf einer Länge von etwa 27 Kilometern drei neue Zäune. Sie werden bei der Ortschaft Ferres gebaut, wo es zahlreiche seichte Stellen gibt, und sollen bis April 2021 fertig sein, wie Mitsotakis mitteilte.

An dem Fluss hatte sich im Februar eine Krise zwischen der EU und Türkei entzündet. Ankara hatte damals erklärt, die Grenze zur Europäischen Union sei offen. Daraufhin machten sich Tausende Migranten innerhalb der Türkei auf den Weg. Die EU hielt entgegen, die Türkei nutze die Not von Migranten aus, und schickte zusätzliche Beamte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Griechische Sicherheitskräfte verhinderten damals die meisten Übertritte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedankte sich bei den Griechen dafür, der "europäische Schild" zu sein.

Quelle: ntv.de, jru/dpa