Panorama

Ermittlungen gegen zwei Fotografen Grönemeyer-Video womöglich gefälscht

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Grönemeyer war am Sonntag zur Gast in der ARD-Sendung "Günther Jauch" und sprach dort über die Flüchtlingsproblematik.

(Foto: imago/Christian Thiel)

Im Dezember 2014 macht ein Video die Runde, auf dem der Sänger Herbert Grönemeyer auf zwei Fotografen am Flughafen Köln-Bonn eindrischt. Die beiden Männer hatten sich ins Krankenhaus begeben und Anzeige gegen Grönemeyer erstattet - wohl zu Unrecht.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen zwei Fotografen, die behaupten, dass Herbert Grönemeyer einen von ihnen mit einer Tasche geschlagen und verletzt habe. Sie hatten den Sänger wegen Körperverletzung angezeigt und zum Beweis auf ein Video des Vorfalls verwiesen, das auch im Internet zu sehen ist.

Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte, gegen die beiden Fotografen werde nun wegen falscher Verdächtigung ermittelt. Sie hätten das Geschehen im Dezember 2014 auf dem Flughafen Köln/Bonn möglicherweise durch eine "manipulative Auswahl" der Bilder und "ausschnittsweise Darstellung" verfälscht dargestellt.

Der Schriftsteller Ferdinand von Schirach berichtet in der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe, Grönemeyers Anwalt habe eine Videoanalyse und ein rechtsmedizinisches Gutachten zu dem Fall in Auftrag gegeben.

Der Videoanalyse zufolge hat Grönemeyer den Fotografen "aller Wahrscheinlichkeit nach" gar nicht mit der Tasche am Kopf berührt. Das rechtsmedizinische Gutachten ergab: "Insgesamt bestehen aus rechtsmedizinischer Sicht erhebliche Zweifel an der vorgetragenen Entstehungsgeschichte der Verletzungen."

Nach Grönemeyers Aussage hatten die Fotografen ursprünglich nicht ihn, sondern seinen Sohn und seine Freundin fotografiert.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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