Panorama

Flammen bedrohen Valparaíso Großbrand wütet in Chile

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Die Bedrohung ist nicht zu übersehen: Dichte Rauschwaden ziehen über Valparaíso hinweg.

(Foto: REUTERS)

Katastrophenalarm in Chiles leidgeprüfter Küstenregion: Nicht ganz ein Jahr nach dem verheerenden April-Feuer steigen in den Bergen hinter Valparaíso erneut dichte Rauchschwaden auf. Militär und Feuerwehr kämpfen gegen das Feuer.

Ein Waldbrand bedroht die chilenischen Küstenstädte Valparaíso und Viña del Mar. Mehr als 4500 Menschen mussten in benachbarten Ortslagen bereits in Sicherheit gebracht werden, wie die Feuerwehr von Valparaíso am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte. Der Katastrophenschutz Onemi rief den Notstand für beide Städte aus.

Es handele sich um eine vorbeugende Maßnahme, erklärten die Katastrophenschützer. Die Evakuierten wurden in Notunterkünften untergebracht. Eine 67-jährige Frau starb nach Behördenangaben an einem Herzstillstand.

Heißer Wind, trockene Hitze

Insgesamt bereiteten die Behörden bis zu 16.000 Menschen darauf vor, ihre Wohnungen vorübergehend zu verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Mehrere Straßen wurden zeitweise gesperrt, um den Rettungskräften die Anfahrt zum Einsatzort zu erleichtern. In der Region herrscht gegen Ende des Sommers auf der Südhalbkugel seit Tagen Hitze. Dichte Rauchschwaden zogen über die Küstenstädte hinweg aufs offene Meer.

Das Feuer war am Freitag aus noch ungeklärten Gründen auf einer Müllhalde in La Pólvora nahe Valparaíso ausgebrochen. In den Hügeln um Valparaíso brannten zunächst rund 500 Hektar Busch- und Waldlandschaft. Wohngebiete haben die Flammen noch nicht erreicht. Einzelne Häuser gingen allerdings in Flammen auf. Die Feuerwehr sprach von mehreren Lauffeuern, die sich an den Hängen im Hinterland Valparaísos ausgebreitet hätten. Starker Wind aus den Bergen habe die Brände immer wieder angefacht, hieß es.

Flammen im Weltkulturerbe

Zur Bekämpfung des Brandes waren unter anderem zehn Hubschrauber und sieben Flugzeuge im Einsatz. Das chilenische Militär entsandte Ausrüstung und zusätzliche Helfer. Sieben Feuerwehrmänner wurden bislang verletzt. Valparaíso liegt 120 Kilometer westlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Das Großfeuer am Stadtrand weckt düstere Erinnerungen: Erst im vergangenen Jahr hatte Valparaíso bei einem Großbrand schwere Zerstörungen erlitten.

Durch eine mehrere Tage hindurch lodernde Feuersbrunst wurden in der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Hafenstadt im April 2014 etwa 2500 Häuser zerstört, mindestens 15 Menschen starben in den Flammen. 11.000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Die rund 270.000 Einwohner zählende Stadt am Pazifik ist bekannt für ihre Kopfsteinpflasterstraßen und bunten Häuser sowie für die Zahnradbahnen, die steile Hänge hinauffahren.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa