Panorama

Coronavirus in Kalifornien Hafen verwehrt Kreuzfahrtschiff die Einfahrt

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Auf der "Grand Princess" sitzen derzeit etwa 3650 Menschen fest.

(Foto: dpa)

Erneut sitzen Tausende Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff fest: Die "Grand Princess" darf aus Sorge vor dem Coronavirus vorerst nicht in den Hafen von San Francisco einlaufen. Kaliforniens Gouverneur reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die gestiegene Zahl der Infektionen.

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus sitzen erneut Tausende Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff fest. Kalifornien verwehrt der "Grand Princess", die derzeit auf dem Rückweg von Hawaii ist, die Einfahrt in den Heimathafen San Francisco. Zunächst müssten rund 20 Personen auf den Erreger getestet werden, erklärte Gavin Newsom, der Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien. Die Passagiere zeigten demnach Symptome, die für Corona, Grippe und Erkältung typisch seien. Konkret besteht bei elf Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern der Verdacht einer Infektion.

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Zuvor hatte die "Grand Princess" eine Reise nach Mexiko absolviert. An Bord war dabei auch ein 71-Jähriger, der letztlich an der durch das Coronavirus ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 starb, wie der Gouverneur und die Reederei Princess Cruises mitteilten. Er ist der erste Todesfall durch das Virus in Kalifornien. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA auf elf. Dort sind bislang mehr als 100 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Washington.

Bereits am Mittwoch rief Kalifornien wegen der Ausbreitung des Virus den Notstand aus. "Mit 53 positiv getesteten Fällen ist dieses (Virus) nicht mehr nur in einem Teil unseres Staates isoliert", sagte Newsom. Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren.

Quarantäne-Anordnung in der Kritik

Gut 60 Passagiere an Bord der "Grand Princess", die nach der Reise nach Mexiko an Bord des Kreuzfahrtschiffes geblieben waren, wurden angewiesen, in ihren Zimmern zu bleiben und eine medizinische Untersuchung abzuwarten, wie die Reederei mitteilte. Unklar ist allerdings, ob sie zu denjenigen gehören, die Symptome zeigen. Auf dem Schiff befinden sich nach Angaben von Gouverneur Newsom aktuell rund 2500 Passagiere. Hinzu kommen laut Reederei rund 1150 Crewmitglieder.

Zum Unternehmen Princess Cruises gehört auch das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", das im vergangenen Monat wegen des Coronavirus zwei Wochen lang vor der Küste Japans unter Quarantäne stand. Mehr als 700 Menschen an Bord wurden positiv auf den Erreger getestet, mindestens sechs Menschen starben. Forscher kritisierten im Nachhinein die Quarantäne-Anordnung für das Schiff. Dadurch habe sich das Ansteckungsrisiko an Bord vervierfacht. Das Auswärtige Amt hat in seine Reisehinweise den Hinweis aufgenommen, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa