Panorama

Kampf ums Überleben Hai zieht gegen Surfer den Kürzeren

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Nach der Attacke wurde der Strand für 24 Stunden gesperrt.

(Foto: AP)

Der Australier Lee Jonsson surft am Strand von Shelly Beach, als ihn plötzlich ein Hai angreift. Doch der 43-Jährige reagiert geistesgegenwärtig und ist am Ende sogar noch ziemlich lässig.

Lee Jonsson ist Grundschullehrer an der Ballina Public Primary School und surft in seiner Freizeit regelmäßig. An einem sonnigen Morgen fährt er um 7 Uhr zum Surfen an den Shelly Beach an der australischen Ostküste. Um diese Uhrzeit sind noch keine Rettungsschwimmer im Einsatz. Jonsson ist oft in diesem Revier unterwegs, er kennt sich dort aus. Doch im Wasser kommt es plötzlich zu einer ungeplanten Begegnung. Er spürt einen heftigen Schmerz an der linken Wade, Jonsson blutet heftig. Ein großer Hai versucht ihn immer wieder zu attackieren. 50 Meter vom Ufer entfernt ist der Surfer aber auf sich allein gestellt. Er kämpft ums Überleben.

In Todesangst surft er die nächste Welle und versucht, zum Strand zu gelangen. Der Hai ist aber immer noch hinter ihm. Der 43-Jährige sieht nur einen Ausweg: Er nimmt sein Surfbrett in die Hand und schlägt damit auf das Tier ein. Mit Erfolg: Der Hai lässt von ihm ab, der Mann schwimmt hastig ans Ufer.

Wie der "Austrian" berichtet, trifft der verletzte Surfer dort auf zwei Passanten, die ihm helfen. Sie bringen ihn zu seinem Auto. Jonsson lässt sich aber nicht chauffieren, sondern fährt selbst ins örtliche Krankenhaus. Die 20 Zentimeter lange Bisswunde blutet immer noch, wird aber nun von Ärzten versorgt. Nach einer Analyse stellen die Experten fest, dass Jonsson wahrscheinlich von einem 2,6 Meter langen Weißen Hai attackiert worden ist.

Haie sind in der Region durchaus normal. Deshalb haben die Behörden auch ein Hai-Überwachungssystem, einen hundertprozentigen Schutz bietet es aber nicht: "Wir haben das beste Überwachungssystem im ganzen Land oder vielleicht in der Welt, aber der Hai hat es durchdrungen", erklärt ein Polizeisprecher.

Mit seinem mutigen Einsatz schaffte es Jonsson zu überleben. So viel Glück haben aber nicht alle. Erst zwei Tage zuvor kam ein Schwimmer bei einer Haiattacke am Great Barrier Reef ums Leben. Angriffe von Haien sind zwar nach wie vor sehr selten; ihre Zahl nimmt aber nach Angaben von Experten zu, weil mehr Menschen Wassersport betreiben und sich Fische, die Nahrung von Haien, näher an den Küsten bewegen.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP