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Nach Kopfschüssen in Moabit Handelt es sich um Geheimdienst-Mord?

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Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort in Berlin-Moabit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Georgier in Berlin-Moabit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Medieninformationen zufolge geht die Staatsanwaltschaft von einem professionellen Auftragsmord aus. Drahtzieher könne ein ausländischer Geheimdienst sein.

Im Fall des am Freitag in Berlin-Moabit erschossenen Georgiers sehen die Ermittler Anzeichen für einen Auftragsmord. Das berichtete der "Spiegel" mit Verweis auf die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Der mutmaßliche Täter - ein 49-jähriger russischer Staatsbürger - habe sich vor dem Haftrichter "abgeklärt" verhalten, schrieb das Blatt. Er habe die Tat erst geleugnet und dann keine weiteren Angaben gemacht.

Gegenüber der "Berliner Morgenpost" hatte eine Zeugin geschildert, die Tat habe einer Hinrichtung geähnelt. Der Täter habe dem Opfer zweimal in den Kopf geschossen. Demnach hielten die Sicherheitsbehörden einen "professionell durchgeführten Auftragsmord" derzeit für wahrscheinlich. Ob ein möglicher Auftraggeber Bezüge zum organisierten Verbrechen habe, oder ob ein Geheimdienst hinter dem Verbrechen stehe, werde nun ermittelt, hieß es in dem Bericht.

Für einen politischen Hintergrund spreche laut "Spiegel" die Biografie des Opfers. Der Getötete habe in Georgien eng mit den Sicherheitsbehörden gegen Russland zusammengearbeitet. Er habe nach einem früheren Mordversuch bereits in die Ukraine fliehen müssen, wo er erneut gegen russische Einflussnahme gearbeitet habe. Nach einem weiteren Angriff sei er dann nach Deutschland gereist, so das Magazin.

Dagegen sei der mutmaßliche Schütze erst vor Kurzem nach Deutschland eingereist und habe bereits Vorkehrungen für seine schnelle Ausreise getroffen. Sollten sich die Anzeichen für einen Mord durch einen ausländischen Geheimdienst verdichten, werde die Generalbundesanwaltschaft den Fall übernehmen, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mau

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