Panorama
Die Flut ist weg, zurück bleiben viel Schlamm und Trümmer.
Die Flut ist weg, zurück bleiben viel Schlamm und Trümmer.(Foto: imago/CordonPress)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Nadal hilft beim Aufräumen: Helfer suchen auf Mallorca nach Vermissten

Als sich das Wasser auf Mallorca langsam zurückzieht, wird das Ausmaß der Zerstörung ersichtlich: Alles ist mit Schlamm überzogen, in den Straßen türmen sich Trümmer. Helfer suchen ohne Pause nach Vermissten. Und die Aufräumarbeiten beginnen.

Nach unerwartet heftigen Überschwemmungen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca mit mindestens zehn Toten wird immer noch nach Vermissten gesucht. Die Zerstörungen sind in den Ortschaften Sant Llorenç des Cardassar, S'Illot und Artà rund 60 Kilometer östlich von Palma am größten.

Prominente Unterstützung: Tennisstar Rafael Nadal hilft Schlamm schippen.
Prominente Unterstützung: Tennisstar Rafael Nadal hilft Schlamm schippen.(Foto: dpa)

Die Rettungskräfte waren auch in der Nacht im Einsatz. Doch mehr als 24 Stunden nach der Katastrophe schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Unter den Vermissten ist auch ein Junge. Sogar das Meer wird nach Opfern abgesucht, hierfür sind Taucher im Einsatz. Einige Autos waren ins offene Gewässer gespült worden.

Das Wasser hat sich mittlerweile zurückgezogen, allmählich wird das Ausmaß der Zerstörung ersichtlich. In den Straßen liegen Schutt, Möbel, Trümmerteile und zerbeulte Autos übereinandergetürmt. Die Bewohner haben begonnen, aufzuräumen. Auch in der Nacht versuchten Anwohner mit Besen und Schaufeln den Schlamm aus den Häusern zu schaffen.

Bei den Aufräumarbeiten bekamen sie prominente Hilfe: Tennisstar Rafael Nadal half in Gummistiefeln, den Schlamm zu beseitigen. Außerdem öffnete er seine Tennis-Akademie in Manacor für Nachbarn, die nicht in ihre Wohnungen können und ein Not-Quartier brauchen.

Bislang keine Informationen zu deutschen Opfern

Die Vize-Bürgermeisterin von Sant Llorenç des Cardassar, Antonia Bauza, sagte: "Unsere Priorität ist es, Überlebende zu finden und Leute zu retten, die zu Hause festsitzen." In ihrem Ort gebe es "viele Ferienhäuser und -wohnungen". Die Rettungsdienste aktualisieren regelmäßig in mehreren Sprachen ihre Twitter-Informationen, darunter auch auf Deutsch.

Unter den zehn Todesopfern sind auch zwei britische Urlauber. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, es lägen keine Informationen zu deutschen Opfern vor. Das deutsche Konsulat in Palma de Mallorca stehe in engem Kontakt mit den Behörden der Mittelmeerinsel. Eine Sprecherin des Außenministeriums in London bestätigte den Tod zweier Briten.

Die Heftigkeit des Unwetters hatte die Behörden überrascht: Binnen weniger Stunden fielen rund "220 Liter Regen pro Quadratmeter", wie die Regionalregierung bei Twitter mitteilte. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez betonte bei einem Besuch im Katastrophengebiet die "absolut außergewöhnlichen Umstände des Wetterphänomens von gestern" und versprach den betroffenen Gebieten finanzielle Hilfe. Zu den vordringlichen Aufgaben gehöre es nun, "auf die Sorgen von Angehörigen und Nachbarn einzugehen", sagte Sánchez. Die Regionalregierung der Balearen rief eine dreitägige Trauer aus. In Madrid legten die Abgeordneten am Morgen eine Schweigeminute für die Opfer ein.

Quelle: n-tv.de