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Geräte könnten ausfallen Hersteller ruft 157.000 Herzschrittmacher zurück

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Ein Herzschrittmacher des Unternehmens Medtronic. (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Medizinunternehmen Medtronic ruft Hunderttausende Herzschrittmacher zurück. Nach Angaben des Unternehmens könnten einige Gerätemodelle ausfallen. Ein Experte spricht von der größten Rückrufaktion in der Geschichte der Kardiologie.

Das Unternehmen Medtronic ruft weltweit 157.000 Herzschrittmacher zurück. Der US-Konzern gibt in einer Mitteilung bekannt, dass die Geräte ausfallen könnten. Auch in Deutschland sind Patienten von dem Rückruf betroffen - wie viele genau, ist unbekannt. Nach Recherchen des NDR bestellte allein das Klinikum Region Hannover 590 Personen zu einer Kontrolluntersuchung ein. Auch an der Hochschule Hannover und am Klinikum Oldenburg wurden die Herzschrittmacher eingesetzt. Laut Angaben des NDR geht das Klinikum Oldenburg davon aus, dass die Schrittmacher in allen Herzzentren Deutschlands zur Anwendung kamen.

Wie Medtronic mitteilt, kann bei den Geräten ein Fehler in einem Schaltkreis auftreten, sofern sie eine bestimmte Programmierung aufweisen. Dadurch können die Schrittmacher Herzimpulse falsch interpretieren und den Betrieb einstellen. Betroffen seien sieben Modelle mit den Namen Adapta, Versa, Sensia, Relia, Attesta, Sphera und Vitatron.

Dem Unternehmen sind nach eigenen Angaben bislang zwei Patienten bekannt, bei denen der Fehler auftrat. Beide sollen den Vorfall überlebt haben. Zurzeit arbeitet Medtronic an einem Software-Update, welches in der zweiten Jahreshälfte den Behörden zur Prüfung übergeben werden soll.

Wie Professor Siloah Franke vom Klinikum Region Hannover dem NDR sagte, sei der Fehler für die meisten Patienten wahrscheinlich kein Problem. Nur bei wenigen sei eine Operation erforderlich, den meisten würde ein Software-Update reichen. Aus Sicherheitsgründen müssten trotzdem alle Patienten mit den speziellen Herzschrittmachern zur Kontrolle. Franke spricht in diesem Zusammenhang von der größten Rückrufaktion in der Geschichte der Kardiologie.

Quelle: n-tv.de, jpe

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