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Blizzard rollt aufs Land zu Hier droht ab Sonntag Schneechaos

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Fahren Sie vorsichtig!

(Foto: picture alliance / Jan Eifert)

Am Sonntag gilt für Teile des Landes: Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. Starke Sturmböen und heftiger Schneefall bringen extrem niedrige Temperaturen mit sich. Es kann zu massiven Verkehrsproblemen kommen. Auch am Montag drohen noch meterhohe Schneewehen.

Sonntag und Montag: Hier sollten Sie nicht vor die Tür gehen

Blizzards treten in den Wintern in Nordamerika durchaus häufig auf. Sie sind immer verknüpft mit Vorstößen kalter Polar- und Arktisluft mit heftigen Schneefällen und einem stürmischen Wind. Der peitscht die feinen Schneekristalle übers Land und kann für massive Schneeverwehungen sorgen. Genau solche Verhältnisse stehen einigen Teilen Deutschlands am Sonntag und Montag bevor. Das Verkehrschaos ist programmiert - möglicherweise wehen ganze Straßenzüge zu, selbst Züge können eingeschneit werden.

Die Schneebombe platzt am Sonntag

Teile der Nordhälfte wird es ziemlich heftig treffen. Der Tag der Tage wird dabei der Sonntag. Dann sind auch Neuschneemengen von 40 Zentimetern Neuschnee in 24 Stunden nicht ganz auszuschließen. In Summe erinnert das beispielsweise an den Katastrophen-Winter 1978/1979 oder an Sturmtief Daisy aus dem Jahr 2010. Achtung, Eisregen.

Die Ausgangslage

Für Februar extrem warme Luft aus der Sahara drückt nach Norden und trifft dort auf die nordische Kaltluft. Da, wo nun die warme Luft und die kalte Luft aufeinandertreffen - die sogenannte Luftmassengrenze - schiebt sich die warme Luft über die kalte. Die Folge: heftige Niederschläge. Die Temperaturgegensätze mal anschaulich aufgezeigt für Sonntagmittag:

• Bonn +5 Grad, aber Münster -6

• Frankfurt +8 Grad, aber Kassel -6

• Würzburg +5 Grad, aber Erfurt -6

In den Zwischenräumen wird es ordentlich schneien und Eisregen geben, also in einem Streifen über Ostwestfalen, Sauerland, hessische Mittelgebirge, Thüringen. Auch nördlich davon kann es Schneefälle geben, wegen des stürmischen Windes erwarten wir hohe Schneeverwehungen.

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In der Nordhälfte sind Schneeverwehungen zu erwarten.

Der angekündigte Eisregen ist eine sehr gefährliche Angelegenheit, in erster Linie für den Verkehr auf Straße und Schiene. Aber auch für die Stromversorgung, denn Eisregen kann die Leitung beschädigen. Auf der winterlichen Seite der extremen Luftmassengrenze am Sonntag wird der Wind aus östlichen Richtungen stark bis stürmisch wehen. Das wird nicht nur für eiskalte Temperaturen auf der Haut mit einem extremen Windchill führen. Die Windgeschwindigkeiten von 40 bis 70, an der Küste auch bis zu 100 km/h werden den feinen Neuschnee enorm verfrachten.

Meterhohe Schneewehen sind zu befürchten

Die Folge des feinpulvrigen Schnees und des stürmischen Windes dürften vor allem im flachen und windgängigen Gelände für massive Schneeverwehungen sorgen und auch beispielsweise den Bahnstrecken große Probleme bereiten. Denn je nach Gelände sind in manchen Landesteilen durchaus Schneeverwehungen von ein bis zwei Metern Höhe denkbar. Da spielt es dann auch keine Rolle, ob "nur" 10 oder tatsächlich 40 Zentimeter Schnee oder mehr fallen.

Betroffen von den Schneewehen könnte beispielsweise der komplette Großraum Hannover mit allen angrenzenden Autobahnen und Bahnlinien sowie generell die Nord-Süd-Autobahnen A1 oder A7 bis rauf nach Hamburg sein. Aber auch Teile von NRW, Sachsen-Anhalt oder Sachsen. Ab Sonntag bis zum Berufsverkehr in der neuen Woche müssen wir uns zum Teil aus außergewöhnliche Behinderungen im Verkehr einstellen.

Auf der Schiene rechnet die Deutsche Bahn am Wochenende auf jeden Fall mit Ausfällen und Verspätungen - besonders im Norden. Die gute Nachricht: Kunden können ihre bereits gebuchten Tickets im Fernverkehr kostenlos stornieren oder in der kommenden Woche nutzen. Für eine schnelle Reaktion auf die Witterungsbedingungen sollen ab Samstagmittag Schneeräumtrupps für die Bahnhöfe bereitstehen, mit schweren Räumfahrzeugen können demnach Schienen von Eis und Schnee befreit werden. Weichenheizungen sollen zudem auch ein Einfrieren der beweglichen Teile verhindern können.

Quelle: ntv.de