Panorama

Im Himalaya ist die Luft zu dünn Hubschrauber stoßen an ihre Grenzen

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Für die meisten Helikopter ist bei einer Höhe ab 4000 bis 5000 Metern Schluss.

(Foto: imago stock&people)

Ins Erdbebengebiet in Nepal führen kaum Straßen, um Opfer und Verletzte über den Landweg zu bergen. Bleibt der Weg durch die Luft, doch Nepal besitzt nur sechs Hubschrauber. Das ist aber nicht das einzige Problem.

Nach der Erdbebenkatastrophe in Nepal gestaltet sich die Rettung von Opfern und Verletzten im Gelände des Himalayas als extrem schwierig. Es fehlt nicht bloß an Straßen und Fluggerät, auch allein die Höhe des Geländes bringt das Material an seine technischen Grenzen. Es gebe weltweit nur wenige Helikopter, die für den Einsatz in großen Höhen geeignet seien, sagte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik (IAF), Oliver Ambacher.

Die meisten herkömmlichen Hubschrauber könnten maximal in 4000 bis 5000 Meter Höhe aufsteigen. "Mit zunehmender Höhe verringert sich die Dichte der Luft", erklärte Ambacher. "Mit dem geringer werdenden Sauerstoffgehalt verlieren die Verbrennungsmotoren der Helikopter an Leistung und stoßen an ihre Grenzen." Zudem seien die Rotorenblätter optimiert auf einen Luftwiderstand, der nach 4000 bis 5000 Metern Höhe ende. Es sei daher technisch nicht möglich, mit normalen Hubschraubern höher zu fliegen.

Deutscher Professor unter den Opfern

Für den Einsatz in großen Höhen seien Spezialhubschrauber mit veränderten Rotoren und stärkeren Motoren nötig. Diese seien aber sehr selten. Der Hubschrauber-Weltrekord liegt nach Ambachers Angaben derzeit bei 12.500 Metern. Die höchste je mit einem Hubschrauber durchgeführte Bergrettung fand im Himalaya statt auf einer Höhe von etwa 7000 Metern.

Bei dem schweren Erdbeben in Nepal ist auch ein Deutscher ums Leben gekommen. Der Professor der Universität Göttingen wurde zusammen mit 15 Geografie-Studenten und einem weiteren Wissenschaftler während einer Exkursion in einem Gebiet nordwestlich von Kathmandu von dem Beben überrascht, wie die Universität mitteilte. Der Wissenschaftler verunglückte dabei tödlich, den Studenten geht es den Angaben zufolge den Umständen entsprechend gut. Sie sollten an diesem Dienstag nach Kathmandu gebracht werden und wenn möglich am Mittwoch den Heimflug antreten.

Laut einem Bericht des "Göttinger Tageblatts" war der 67-jährige Geografie-Professor ein erfahrener Expeditionsleiter. Er galt als ausgesprochener Himalaya-Experte. Die Umstände seines Todes wurden nicht mitgeteilt.

Am Samstag hatte ein Beben der Stärke 7,8 die Himalaya-Region erschüttert. Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf mehr als 4300, die Regierung rechnet mit bis zu 10.000 Toten. Laut Unicef leiden besonders die Kinder unter der Naturkatastrophe.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP