Panorama

Schwager in U-Haft Hunderte Hinweise im Fall Rebecca

Seit mehr als zwei Wochen wird die 15-jährige Rebecca vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass sie einem Tötungsdelikt zum Opfer fiel. Während die Behörden Hunderten Hinweisen nachgehen, befindet sich der Schwager der Schülerin in Untersuchungshaft.

Nach der erneuten Festnahme des Schwagers der vermissten Rebecca aus Berlin geht die Polizei weiterhin zahlreichen Spuren nach. 348 Hinweise waren bis Dienstagmorgen eingegangen, wie eine Sprecherin mitteilte. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise überdies berichtet, sollen im Auto des Schwagers Haare der 15-Jährigen und Faserspuren der Decke gefunden worden sein, die mit dem Mädchen zusammen verschwunden sein soll. Demnach haben die Angehörigen der Vermissten ausgesagt, dass die besagte Decke aus dem Haus des Schwagers und der Schwester von Rebecca in Berlin-Neukölln fehle. Die Staatsanwaltschaft Berlin wollte den Bericht nicht bestätigen.

Der am Montagabend zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage festgenommene Schwager der 15-Jährigen befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Gegen den 27 Jahre alten Beschuldigten gebe es einen gültigen Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts des Totschlags, teilte ein Polizeisprecher mit.

Die 15-Jährige wird seit gut zwei Wochen vermisst. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass sie einem Tötungsdelikt zum Opfer fiel. Trotz intensiver Suche wurde sie bisher weder lebend gefunden noch wurde ihre Leiche entdeckt. Am Freitag untersuchte ein Team von Kriminaltechnikern das Haus des Schwagers im Ortsteil Britz auf Spuren. Der Verdächtige schweige bislang zu den Vorwürfen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin. Oberste Priorität sei es nun, Rebecca zu finden. Zu ihrem Verbleib gebe es aber nach wie vor keine entscheidenden Anhaltspunkte.

Den Behörden liegen offenbar auch Whatsapp-Nachrichten des 27-jährigen Verdächtigen vor, die in einem Zeitraum empfangen und geschrieben wurden, zu dem der Mann nach eigenen Angaben bereits geschlafen haben will. Wie die "Bild"-Zeitung weiter schreibt, habe er angegeben, am Morgen des Verschwindens von Rebecca um 5.45 Uhr nach einer Feier nach Hause gekommen zu sein.

Mordkommission ermittelt

Rebecca hatte nach bisherigen Erkenntnissen bei einer älteren Schwester und deren Familie übernachtet, erschien am Morgen des 18. Februar aber nicht in der Schule. Eine Mordkommission übernahm einige Tage später die Ermittlungen.

Der 27 Jahre alte Verdächtige war bereits vergangene Woche in den Fokus der Ermittler gerückt und am Donnerstag schon einmal festgenommen worden. Die Ermittler hatten unerklärliche Widersprüche zwischen seinen Angaben und Ermittlungsergebnissen gesehen. Der damalige Ermittlungsrichter erließ jedoch keinen Haftbefehl, sodass der in Deutschland geborene Mann am Freitag zunächst wieder auf freien Fuß kam.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Berlin Beschwerde dagegen einlegte, erließ ein anderer Ermittlungsrichter den Haftbefehl. Dem Richter wurden dabei keine neuen Beweise vorgelegt, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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