Panorama

Schneechaos im Süden Hunderte Menschen in Oberbayern eingeschneit

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Ein Mann schaufelt Schnee vom Dach der Liftstation in Flachau, Österreich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Winter hat Bayern und Österreich fest im Griff. Einige Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem ist erneut ein Skifahrer tödlich verunglückt. Eine Besserung der Wetterlage ist momentan nicht in Sicht.

Riesige Schneemengen beherrschen das Leben in weiten Teilen Südbayerns und Österreichs. Bei Berchtesgaden sitzen rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf Weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land.

Am Vormittag sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen. Mehrere Bäume drohten unter der schweren Schneelast umzustürzen und sollen gefällt werden. Nur Einsatzkräfte konnten die eingeschneiten Bewohner über die Straße erreichen. Auch die Menschen in der oberbayerischen Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist. Bewohner und Rettungskräfte können das Dorf aber über eine kleine Forststraße erreichen.

Im Ort Marktschellenberg ist eine Lawine abgegangen und hat eine Straße teilweise verschüttet. Rettungskräfte suchten nach möglichen Verschütteten, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war unklar, ob Fahrzeuge oder Menschen von dem Abgang betroffen waren.

62-Jähriger kommt von Piste ab

In Österreich starb ein Lehrer nach einem Skiunfall. Der 62-Jährige verlor auf der Mariazeller Bürgeralpe aus bislang ungeklärter Ursache bei der Abfahrt einen Ski und stürzte links über den Pistenrand in einen steil abfallenden Wald, wie die Polizei mitteilte. Dort blieb er im lockeren und metertiefen Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden neun Schüler konnten dem Mann aufgrund der Schneemassen nicht helfen. Einsatzkräfte der Bergrettung Mariazell konnten schließlich zu dem 62-Jährigen absteigen, stellten aber keine Lebenszeichen mehr fest.

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In der Steiermark wird derzeit beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Harald Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können.

Katastrophenalarm in mehreren Landkreisen

In Österreich gilt in einigen Teilen der Steiermark und in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich die höchste Lawinenwarnstufe. Und noch ist keine Entspannung in Sicht: Erwartet werden sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern weitere teils ergiebige Schneefälle. Die Behörden rechnen daher damit, dass noch mehr Straßen gesperrt werden müssen. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach sowie in den steirischen Gemeinden Pölstal, Hohentauern und Pusterwald wurde Katastrophenalarm ausgerufen. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

Am Morgen waren einige weitere Orte nicht mehr erreichbar, darunter auch das bei Touristen beliebte Obertauern im Bundesland Salzburg. Die Inntalautobahn (A12) war morgens aufgrund eines umgestürzten Baumes in Richtung Innsbruck für etwa eine Stunde gesperrt. Auch vier Bahnverbindungen waren unterbrochen.

In Oberfranken führte starker Schneefall am Morgen zu mehreren Unfällen. In der Region Hof und im Fichtelgebirge kamen zahlreiche Autos und Lastwagen von den Straßen ab. Ein Mensch wurde verletzt. Schon am Dienstag waren zahlreiche Lifte und Pisten in den bayerischen Skigebieten gesperrt. Das Forstministerium warnte vor Bäumen, die unter der Last des oftmals nassen Schnees jederzeit umkippen oder abbrechen können.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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