Panorama

New Yorks Skyline als Todesfalle Hunderte Vögel prallen gegen Wolkenkratzer

AP_21259702579298.jpg

Einige der toten Vögel, die die Tierschützerin Melissa Breyer aufsammelte.

(Foto: AP)

Es erinnert an Alfred Hitchcocks Filmklassiker: In New York verenden Hunderte Zugvögel, nachdem sie gegen die Glasfassaden der zahlreichen Hochhäuser geflogen sind. Das Problem ist altbekannt. Doch diesmal sorgen mehrere Faktoren für eine besonders hohe Opferzahl.

Hunderte Zugvögel sind diese Woche in New York ums Leben gekommen, nachdem sie mit Wolkenkratzern der Stadt kollidiert sind. Tweets von Tierschützern zeigen Dutzende tote Vögel in der Millionenmetropole. Die Aktivistin Melissa Breyer zählte am Dienstag nach eigenen Angaben über 200 leblose Tiere allein rund um das One World Trade Center. "Sobald ich an dem Gebäude ankam, lagen die Vögel überall auf dem Gehweg", sagte Breyer der Nachrichtenagentur AP.

Vögel, die gegen die gläsernen Fassaden der vielen Hochhäuser fliegen, sind schon länger ein Problem in New York. Einer Studie aus dem Jahr 2019 zufolge sterben auf diese Weise jährlich zwischen 90.000 und 230.000 von ihnen in der Stadt. Doch in dieser Woche seien die Todeszahlen besonders hoch, sagte Kaitlyn Parkins von der Umweltorganisation New York City Audubon zu AP. "Wir hatten einen großen Sturm, seltsames Wetter und große Vogelschwärme. Das ist die perfekte Kombination", so Parkins. "Es scheint, als hätte der Sturm dazu geführt, dass die Tiere in einer niedrigeren Höhe die Stadt erreichten oder, dass sie einfach orientierungslos waren."

Tierschutzorganisationen wie New York City Audubon appellieren schon seit Jahren an Hochhaus-Besitzer, ihre Lichter bei Nacht zu dimmen und die Fenster mit einem Vogelschutz auszustatten. Denn die Lichter der Großstadt würden die Vögel irritieren, besonders wenn der Himmel bewölkt sei. "Stellen Sie sicher, dass die Vögel erkennen können, dass sich vor ihnen eine Barriere befindet, die sie nicht durchfliegen können", sagte Parkins.

"Wir wissen, dass künstliche Nachtbeleuchtung Zugvögel anlocken und verwirren kann", sagte eine Sprecherin des Immobilienverwalters Silverstein Properties gegenüber AP. "Deshalb ermutigen wir unsere Büromieter, nachts das Licht auszuschalten und ihre Jalousien wo immer möglich herunterzulassen, insbesondere während der Zugzeit."

Nicht für alle aufgelesenen Vögel kam diese Woche jede Hilfe zu spät. 77 Tiere konnten die Aktivisten lebend bergen und zu einer Auffangstation in der Stadt bringen. 30 von ihnen wurden aufgepäppelt schon wieder in die Freiheit entlassen. "Einer unserer Mitarbeiter nahm ein Uber zum Prospect Park und ließ sie dort frei, damit sie auf ihrer Reise nicht noch einmal in die Nähe der Hochhäuser kommen", berichtete die Direktorin der Auffangstation, Ritamary McMahon.

Quelle: ntv.de, jpe

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.