Panorama

Lebensgefahr für Feuerwehr Im Grunewald brechen immer wieder neue Brände aus

309236306.jpg

Rote Zone: Die Feuerwehrleute dürfen immer noch nicht weiter als 500 Meter an den Sprengplatz heran.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei brennt es aktuell nicht mehr. Doch die Arbeit dort bleibt lebensgefährlich. Auch rund herum im Grunewald entstehen immer wieder neue Brände. Die nahegelegene Stadtautobahn bleibt zunächst gesperrt.

Nach dem Großbrand im Berliner Grunewald müssen sich Pendler auch zu Wochenbeginn weiter auf Verkehrsbehinderungen einstellen. "Die Autobahn bleibt bis auf Weiteres gesperrt, auf jeden Fall bis einschließlich Montagvormittag", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die benachbarte Bahnstrecke war hingegen am Samstag wieder freigegeben worden.

Die Feuerwehr versucht weiterhin, den Sprengplatz im Wald zu kühlen. Aktuell gilt für die Feuerwehrleute ein Sicherheitsradius von 500 Metern um den Sprengplatz. Auf dem Sprengplatz selbst ist der Brand aktuell gelöscht. Sprengmeister der Polizei begutachten zudem das Gelände aus einem gepanzerten Fahrzeug heraus. Dem Feuerwehrsprecher zufolge entstehen in dem Waldstück immer wieder neue Brände, auch mit Rauchentwicklung. Der Einsatz wird nach Einschätzung der Feuerwehr noch Tage dauern.

Auf dem Gelände, auf dem es seit Donnerstag Feuer und Explosionen gegeben hatte, lagern tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper in Gebäuden. Den Sprengplatz zur Vernichtung von Waffen und Explosivstoffen gibt es seit 1950. Dort zuständig ist die Polizei.

Die Feuerwehr kann inzwischen auch einen zweiten Löschroboter einsetzen. Das Fahrzeug sei aus Falkensee in Brandenburg eingetroffen, sagte Witt. Nun können die auf dem Gelände definierten Hotspots von zwei Löschrobotern und einem Löschpanzer gekühlt werden. Die Feuerwehr bekämpft auch weiterhin kleinere Brände in der Gefahrenzone. "Es gibt Stellen, da kommen wir nicht ran", sagte der Feuerwehrsprecher. Vereinzelt seien immer wieder kleinere Feuer zu beobachten. "Da dürfen wir aber noch nicht tätig werden, weil da nach wie vor auch nur gepanzerte Fahrzeuge Zugang haben."

Witt sprach von einer sehr dynamischen Lage, in der sich kurzfristig viel ändern könne. Die Situation im Zentrum ist weiterhin brisant. "Wir reden immer noch von einer ganz akuten Gefahr auf dem Sprengplatz", sagte der Feuerwehrsprecher. "Wenn jetzt Spezialkräfte in die Einsatzstelle direkt eindringen, dann heißt das noch lange nicht, dass es da keine Gefahr gibt, sondern die ist sehr wohl da." Die Arbeit auf dem Sprengplatz sei lebensgefährlich.

Nach der dreitägigen Streckensperrung läuft der Bahnverkehr derweil wieder normal. Das gelte für den Regional- und den Fernverkehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag in Berlin. Die Feuerwehr hatte am Samstag in Absprache mit der Polizei die Zugstrecke wieder freigegeben. Betroffen waren S-Bahnen, Regionalzüge, IC und ICE. Die AVUS genannte Autobahn 115 bleibt hingegen weiter gesperrt.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen