Panorama

Der Trend zum Killfie Immer mehr Tote beim Selfie-Knipsen

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Hier kann nichts passieren.

(Foto: AP)

Für ein spektakuläres Foto von sich selbst an einem besonderen Ort lassen Menschen einfachste Sicherheitsüberlegungen außer Acht. Das hat inzwischen immer öfter tödliche Folgen.

Wer heute etwas auf sich hält, besucht nicht einfach nur die spektakulärsten Orte der Welt, sondern fotografiert sich dort natürlich. Ein Selfie vom Taj Mahal, eins vom Fallschirmsprung oder eins von der atemberaubenden Aussicht an den Niagara-Fällen. Dabei werden oft jegliche Sicherheitsüberlegungen außer Acht gelassen, immer öfter mit tödlichen Folgen.

Wissenschaftler der Carnegie Mallon Universität in Pittsburgh haben herausgefunden, dass allein in diesem Jahr bereits 73 Menschen bei Selfies ums Leben kamen. Zwischen März 2014 und September 2016 waren es 127 Menschen. Die Tendenz ist also steigend. Zu den Toten kommen laut der Studie "Me, Myself and My Killfie: Characterizing and Preventing Selfie Deaths" noch zahlreiche Verletzte. Die Studenten hatten dafür weltweite Berichte über Selfie-Unfälle ausgewertet.

Die meisten Todesopfer gab es demnach in Indien, gefolgt von Pakistan und den USA. Deutschland wird in der Auswertung nicht ausdrücklich erwähnt. Die Opfer sind meist junge Leute, am häufigsten zwischen 20 und 24 Jahren (45 Todesfälle), gefolgt von den Unter-20-Jährigen (41 Tote). Lediglich 17 Selfie-Tote waren 30 Jahre oder älter.

Höhe, Züge, Waffen

Am häufigsten stürzten die Handy-Knipser aus großer Höhe. Sie übersahen beispielweise Abgründe oder stürzten von Häusern oder Hängen in die Tiefe. So starb unter anderem im Juni 2016 ein deutscher Tourist in der Inka-Stadt Macchu Picchu. Der 51-Jährige war offenbar für ein Selfie über die Sicherheitsabsperrung geklettert und hatte dann den Halt verloren.

Auf Platz zwei folgt Ertrinken, auf Platz drei Tod durch Zug. Motive mit Zügen sind vor allem in Indien beliebt, weil das gemeinsame Posieren auf Gleisen eine lange Freundschaft symbolisiert, wie einer der Verfasser der Studie der BBC erklärte.

In vielen Fällen spielt auch das Posieren mit geladenen Waffen eine Rolle. Entweder drücken die Fotografen versehentlich den Abzug oder der Schuss löste sich unbeabsichtigt. Diese Fälle ereigneten sich vor allem in Russland und den USA.

Die Studenten entwickeln auf der Basis ihrer Untersuchungsergebnisse nun eine App, die die tödlichen Selfies künftig verhindern helfen soll. Mit Hilfe von Sensoren, Bildanalyse und GPS-Daten könnte eine App zum Beispiel erkennen, dass sich der Fotograf auf einen Abgrund zubewegt und Alarm schlagen.

Quelle: ntv.de, sba