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Lieferschwierigkeiten bis Herbst Impfstoff gegen Masern wird knapp

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Wer seine Kinder gegen Masern impfen möchte, muss sich derzeit gedulden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ab dem nächsten Jahr ist die Masern-Impfung in Deutschland Pflicht. Doch schon jetzt kommt es zu Lieferengpässen. Auf den Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln und Varizellen müssen Bürger derzeit warten. Es gibt jedoch Alternativen.

In Deutschland ist der Masern-Impfstoff derzeit vielerorts nicht verfügbar. Das bestätigt ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Es handele sich dabei um ein Kombinationspräparat gegen Mumps, Masern, Röteln und Varizellen.

Der Engpass bei der Versorgung des Kombinationsimpfstoffs soll aller Voraussicht nach im Oktober behoben sein, heißt es. Alternativ dazu stehe weiterhin ein Vierfachimpfstoff sowie eine mögliche Kombination aus einem MMR-Impfstoff und einem monovalenten Varizellenimpfstoff zur Verfügung.

Das Bundeskabinett hat auf Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Impfpflicht gegen Masern in Kindergärten, Schulen und Flüchtlingsunterkünften beschlossen. Sie soll 2020 in Kraft treten. Ab März müssen Eltern dann vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Das gilt auch für alle, die an solchen Stellen arbeiten sowie das Personal in medizinischen Einrichtungen.

Immer wieder Engpässe

Bei Impfstoffen kommt es dabei immer wieder zu Engpässen. Allein im Jahr 2018 gab es laut dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), der Bundesbehörde für Impfstoffe und Arzneimittel, für 45 Impfstoffe einen Lieferengpass. In 33 Fällen waren lediglich bestimmte Verpackungsgrößen nicht lieferbar, alternative Arzneimittel aber verfügbar. In zwölf Fällen gab es zeitweise überhaupt keine Alternativen.

Angesichts der zunehmenden Fälle von Medikamenten-Knappheit hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Aufbau einer nationalen Arzneimittelreserve gefordert. "Für relevante Medikamente sollte man eine nationale Arzneimittelreserve aufbauen, um die Versorgung der Bevölkerung jederzeit gewährleisten zu können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Im Juli hätten dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 226 Meldungen für eingeschränkte Verfügbarkeit oder für einen Lieferengpass vorgelegen. Dazu zählten auch Probleme mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen.

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Quelle: n-tv.de, vck/AFP

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