Panorama

Zuwachs um 50 Prozent In Afrika lernen viel mehr Menschen Deutsch

108994417.jpg

Neben Afrika und Asien gewinnt Deutsch auch in China und Frankreich an Bedeutung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Von rund 15,4 Millionen Deutschlernenden weltweit kommen die meisten aus Europa. Während Polen als Nachbarland an Interessierten für die deutsche Sprache verliert, wird Deutsch in weit entfernten Ländern immer beliebter - wie etwa in der Elfenbeinküste.

Weltweit lernen mehr als 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Das geht aus der veröffentlichten Erhebung "Deutsch als Fremdsprache weltweit" hervor. Die meisten Deutschlernenden gibt es demnach mit 11,2 Millionen nach wie vor in Europa, allerdings gewinnt Deutsch in Afrika und Asien an Bedeutung. Die Erhebung wird alle fünf Jahre vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Deutschen Welle, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen veröffentlicht.

Die Zahl der Deutsch-Schüler weltweit ist damit seit 2015 relativ stabil geblieben. Damals wurden etwa 15,5 Millionen Deutschlernende registriert. Innerhalb Europas ist insbesondere in Dänemark, den Niederlanden, Tschechien und Frankreich das Interesse an Deutschunterricht gestiegen. In Frankreich stieg die Zahl der Deutschlernenden im Vergleich zur vergangenen Erhebung um knapp ein Fünftel auf rund 1,2 Millionen. Auch in Russland, das 2015 noch den größten Rückgang aufwies, stieg die Zahl wieder an, um 16 Prozent auf insgesamt 1,8 Millionen.

In einigen europäischen Ländern wurde hingegen ein Rückgang verzeichnet: So ist Polen zwar mit knapp zwei  Millionen weiterhin das Land mit den meisten Deutschlernenden weltweit, allerdings ist die Zahl seit 2015 um 15 Prozent gesunken. Auch in Ungarn ging das Interesse an Deutsch zurück. Nach Angaben des Auswärtigen Amts könnte durch den Austritt Großbritanniens aus der EU das dort jetzt schon abflauende Interesse an Deutsch ebenfalls weiter nachlassen.

In China verdoppelt sich die Zahl der Deutschlernenden

In Afrika und Asien ist die Zahl der Deutschlernenden hingegen gestiegen - in Afrika sogar um fast 50 Prozent. So wuchs das Interesse unter anderem in Ägypten, Algerien und an der Elfenbeinküste. In China hat sich die Zahl der Deutschlernenden an den Schulen seit 2015 fast verdoppelt. Insgesamt lernen in der Volksrepublik derzeit rund 145.000 Menschen Deutsch. In den USA wurde hingegen ein Rückgang um 15 Prozent registriert.

Generell bilden die Schulen das Rückgrat des Spracherwerbs. Während 2015 weltweit rund 95.000 Schulen Deutschunterricht anboten, sind es heute rund 106.000 Schulen. Die Zahl der Deutschlernenden an den Hochschulen ging seit 2015 um 60.000 leicht zurück auf 1,27 Millionen. An Bedeutung gewinnen nach Angaben des Auswärtigen Amts bei der Vermittlung der deutschen Sprache und der Ausbildung von Deutschlehrkräften auch digitale Lernangebote.

Quelle: ntv.de, can/AFP