Panorama

Acht Tote durch Polarwetter In USA teilweise kälter als auf dem Mars

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Ein Hafenlicht ist auf dem Lake Michigan von Schnee und Eis bedeckt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Polarwirbel hat die USA in eine Eiswüste verwandelt. Gerade der Mittlere Westen zittert. Stellenweise sind die Temperaturen niedriger als auf dem Mars. Kommende Woche sollen die Werte um mehr als 30 Grad Celsius nach oben springen.

In den USA hat der Nationale Wetterdienst (NWS) in vielen Regionen rekordverdächtige Minuswerte gemessen. In der Nacht zum Donnerstag sanken die Temperaturen vor allem im Mittleren Westen auf fast minus 40 Grad Celsius. Die Behörden sowie Ärzte und Nothelfer warnen vor "lebensbedrohlichen" Bedingungen. Mindestens drei Bundesstaaten riefen den Katastrophenfall aus. Laut dem Sender ABC starben bis Mittwoch bereits acht Menschen an den niedrigen Temperaturen.

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Im Zentrum der großen Kälte stand Chicago im Norden der USA. In der Millionenmetropole am Michigan-See im Bundesstaat Illinois werden für den heutigen Donnerstag Temperaturen von minus 33 Grad Celsius erwartet - das sei kälter als in Teilen der Antarktis und ganz nahe am Allzeittief, das 1994 gemessen wurde, berichtet CNN. Andere US-Medien melden, es sei in einigen Orten der USA derzeit kälter als auf dem Mars.

Am Dienstagmorgen lagen die Temperaturen laut NWS im US-Bundesstaat Maine bei minus 49 Grad Celsius. Im Örtchen Ponsford in Minnesota sollen die gefühlten Temperaturen - die Temperaturen in Verbindung mit der Windgeschwindigkeit - bei minus 55 Grad Celsius gelegen haben. Experten warnen, dass es bei solchen Temperaturen innerhalb weniger Minuten Erfrierungen auf ungeschützter Haut geben kann.

Temperaturen schießen nach oben

Verantwortlich für die "arktische Kälte" ist der sogenannte Polarwirbel. Dabei handelt es sich um ein Band kalter Westwinde, das normalerweise über dem Nordpol kreist. Wird der Wirbel geschwächt, kann die kalte Luft nach Süden in niedrigere Breiten entweichen.

Zum Mittleren Westen der USA gehören die Bundesstaaten Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Michigan, Minnesota, Missouri, Nebraska, North Dakota, Ohio, South Dakota und Wisconsin. Die betroffenen Amerikaner müssen sich darauf einstellen, dass die arktischen Temperaturen noch bis Sonntag anhalten. Dann sollen sie vielerorts um etwa 30 Grad Celsius nach oben springen.

In Iowa hat die zuständige NWS-Zweigstelle den Bürgern angesichts der Temperaturen empfohlen, "tiefe Atemzüge" zu vermeiden und so wenig wie möglich zu sprechen. "Das hier ist die kälteste Luft, die viele von uns jemals erlebt haben", hieß es in ihrem Wetterbericht vom Dienstag. In vielen Bundesstaaten bleiben deshalb Schulen und Universitäten geschlossen. In Illinois, Wisconsin und Minnesota wurde wegen der Kälte der Katastrophenfall ausgerufen. Bis Mittwochabend fielen mehr als 3000 Flüge aus. Das Bahnunternehmen Amtrak sagte am Mittwoch alle Zugverbindungen von und nach Chicago ab. Auch die wettergeprüfte US-Post stellte ihre Zustellungen in Iowa, Minnesota sowie in Teilen von Wisconsin und Illinois ein.

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Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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