Panorama

Googles Gratis-WLAN in Bahnhöfen Inder nutzen Hotspots vor allem für Pornos

24.10.2016, 16:46 Uhr

Seit einiger Zeit betreibt Google in Indien kostenlose WiFi-Hotspots in Bahnhöfen. Allerdings nutzen die Passagiere das Gratis-Internet nicht etwa, um nach Anschlusszügen zu suchen oder sich Katzenvideos anzuschauen - sondern für Sexfilmchen.

Dank Google und dem Internetprovider RailTel gibt es an 23 indischen Bahnhöfen kostenlose WLAN-Hotspots. Mehr als 3,5 Millionen Menschen nutzen das Angebot, verkündete der Internetriese vergangenen Monat stolz.

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Auf indischen Bahnhöfen soll dank Google der Pornokonsum florieren. (Foto: REUTERS)

Einem Bericht der Nachrichtenagentur IANS zufolge ist nun auch bekannt, welche Inhalte am häufigsten am Bahnhof aufgerufen wurden. Es waren weder Facebook noch Twitter, sondern Suchanfragen nach erotischen Inhalten, wie IANS unter Berufung auf die Auswertung des Datenverkehrs am Bahnhof Patna berichtete.

Die Millionenstadt Patna liegt im Osten Indiens und ist einer der Zentren für Wanderarbeiter. Junge Männer verlassen ihre Dörfer, steigen in der Landeshauptstadt Patna in die Züge, um dann in die großen Metropolen wie Neu-Delhi oder Mumbai zu reisen. Rund 200 Züge und Tausende Reisende durchlaufen den Bahnhof jeden Tag.

Während sie auf ihre Anschlusszüge warten, müssen viele Passagiere Zeit totschlagen. Doch das tun die meisten dem Bericht zufolge nicht, um sich über das neueste Weltgeschehen zu informieren oder sich Katzenvideos auf YouTube anzuschauen, sondern mit Sexfilmchen. "Die Leute am Bahnhof Patna haben mehr als alles andere Pornos angesehen und heruntergeladen", zitiert die indische Zeitung "Economic Times" einen Bahnhofsbetreiber.

Der Bericht gibt außerdem an, dass Railtel die von den Nutzern besuchten Webseiten speichere. Das dementierte die Firma umgehend. Es gebe gar keine Daten, anhand derer die beliebtesten Angebote festgestellt werden könnten, sagte Railtel zu "Mashable Indien". Google will sich an den Spekulationen "nicht beteiligen".

Dass WiFi-Spots Porno-Konsumenten anlocken, ist indes kein indisches Spezifikum. Erst kürzlich sorgte die Stadt New York für Aufsehen, als sie zu Internet-Surfstationen umgebaute Telefonzellen abschaltete, weil zu viele Menschen dort stundenlang rumlungerten und öffentlich Pornos guckten.

Quelle: ntv.de, dsi

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