Panorama

Impfkampagne zahlt sich aus Israels Infektionszahlen gehen zurück

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In Israel sind viele Aktivitäten wie Restaurantbesuche für die Inhaber eines Corona-Impfpasses wieder möglich.

(Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Wire)

Lange herrscht der harte Lockdown, nun das Impfen im Akkord. Israel gilt weltweit als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der Weg scheint der richtige zu sein: Die Neuansteckungen mit dem Virus gehen in Israel deutlich zurück.

Fast ein Vierteljahr nach Beginn der Coronavirus-Impfkampagne nimmt die Infektionsdynamik in Israel ab. Erstmals seit Mitte Dezember fiel die Infektionsrate unter die Marke von drei Prozent, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Von knapp 99.000 gemachten Tests fielen demnach 2,9 Prozent positiv aus. Gemeldet wurden 2802 neue Fälle - vor einer Woche waren es noch 4666.

Im Vergleich zu Deutschland liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel allerdings höher. In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen wie in dem Mittelmeerstaat. Hier wurden zuletzt binnen 24 Stunden 14.356 Corona-Neuinfektionen erfasst.

Die Impfkampagne in Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hatte kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhielten bislang knapp 5,1 Millionen Menschen eine Erst- und davon knapp vier Millionen auch eine Zweitimpfung. In Deutschland bekamen bislang rund 5,6 Millionen Menschen die erste und etwa 2,6 Millionen die zweite Spritze verabreicht.

Die Impfkampagne Israels wird in der Wirtschaft teilweise hart umgesetzt: Immer mehr israelische Unternehmen und Einrichtungen planen Sanktionen gegen Mitarbeiter, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Die nationale Lotterie wolle Angestellte feuern, die eine Impfung verweigerten, berichtete die israelische Nachrichtenseite ynet.

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Auch eine der größten Supermarktketten des Landes, Schufersal, hatte ihre Angestellten nach Medienberichten vor die Wahl gestellt, sich entweder impfen oder mehrmals die Woche auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen. Impfgegner animierte das zu Protesten. Das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem hatte zuvor mitgeteilt, nichtgeimpfte Mitarbeiter dürften nicht mehr direkt mit Patienten in Kontakt kommen.

Erst kürzlich hatte Israel Restaurants, Bars und Cafés für die Inhaber von Corona-Impfpässen geöffnet und ist damit auf dem Weg in die Normalisierung des Lebens. "Wir werden lebendig", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die meisten Schüler kehrten in dieser Woche zudem wieder in ihre Klassensäle zurück und auch der internationale Flughafen Tel Aviv konnte eingeschränkt wieder öffnen. Die Regierung hofft auf eine vollständige Öffnung der Wirtschaft bis zum Pessach-Fest am 27. März.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/AFP

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