Panorama

Das bisschen Haushalt ... Italiens Premier küsst Merkels Hand

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Ein bisschen verlegen schaut Angela Merkel drein.

(Foto: REUTERS)

Trotz der Streitigkeiten um die italienische Neuverschuldung präsentiert sich Regierungschef Giuseppe Conte beim EU-Gipfel als waschechter Galan. Zur Begrüßung gibt er der Kanzlerin einen Handkuss. Doch inhaltlich erweichen lässt sich Merkel davon nicht.

Zwar weiß niemand, was dem italienischen Ministerpräsident Giuseppe Conte beim EU-Gipfel in Brüssel durch den Kopf ging, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Handkuss bedachte. Doch selbst wenn es eine Art Werben gewesen sein sollte: Mit seinem Haushaltsentwurf und der darin geplanten hohen Neuverschuldung Italiens lief Conte in Brüssel trotzdem auf Grund. Die EU-Kommission warf Italien in einem Schreiben eine "beispiellose" Abweichung von den europäischen Haushaltsregeln vor.

Handküsse sind dagegen nicht per se eine Abweichung von diplomatischen Gepflogenheiten, auch wenn sie auf dem sogenannten Parkett eher nicht mehr die Regel sind. Die Bundeskanzlerin hat schon einige solcher Gunstbezeugungen entgegengenommen: So 2009 vom inzwischen verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski oder 2008 vom damaligen spanischen Monarchen Juan Carlos 2008 sowie gleich mehrmals vom früheren französischen Präsidenten Jacques Chirac.

Der mit Büchern wie "Manieren" (2003) zum Bestseller-Autor gewordene äthiopisch-deutsche Unternehmens- und Stilberater Asfa-Wossen Asserate schreibt in seinem Buch "Draußen nur Kännchen" (2010): "Eine jede Dame freut sich, wenn sie mit einem Handkuss begrüßt wird". Die im Kreise der EU-Staats- und Regierungschefs einflussreiche Kanzlerin hat Contes Verbeugung augenscheinlich erfreut - gnädig gestimmt hat sie sie aber offenbar nicht.

Quelle: ntv.de, jug/AFP