Panorama

Zulassung in wenigen Wochen? J&J-Impfstoff weniger effektiv als gehofft

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Die USA haben bereits 100 Millionen Dosen des J&J-Impfstoffs bestellt.

(Foto: REUTERS)

Weltweit werden mehrere Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus getestet. Johnson & Johnson präsentieren nun ein Vakzin, das zu 66 Prozent wirksam ist. Auch wenn die Wirksamkeit unter den Werten einiger Mitstreiter liegt, hat das Mittel des US-Pharmakonzerns mehrere Vorteile.

Der sich in der Entwicklung befindende Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson kann 66 Prozent der behandelten Patienten vor moderaten bis schweren Infektionsverläufen schützen. Das habe eine große klinische Studie gezeigt, teilte der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern mit. Das Ergebnis der Studie könnte dazu führen, dass ein weiterer Impfstoff gegen Covid-19 innerhalb weniger Wochen seine Zulassung in den USA erhält.

Das Vakzin zeigte sich in der Studie als generell sicher und gut verträglich. Getestet wurde es an 44.325 Erwachsenen. Einige Freiwillige hätten Nebenwirkungen gespürt, etwa Fieber. Experten hatten zuvor mit einer Wirksamkeit zwischen 70 und 80 Prozent gerechnet. Gegen die Mutation aus Südafrika weise er nur eine Wirksamkeit von 52 Prozent auf, hieß es weiter. Nach Einschätzung des Experten Amesh Adalja von der Johns-Hopkins-Universität in den USA sind aber selbst 60 Prozent Wirksamkeit noch "ziemlich gut" für ein Vakzin.

Der mit Spannung erwartete Impfstoff hat mehrere logistische Vorteile gegenüber zugelassenen Impfungen von Moderna und Biontech/Pfizer: Er wird als eine Dosis verabreicht und kann in Kühlschränken anstatt in Gefrierschränken aufbewahrt werden. Johnson & Johnson will nun Anfang Februar die US-Zulassung beantragen. Ende Februar könnte das Mittel bei einer Genehmigung dann eingesetzt werden. Der Konzern will dieses Jahr noch eine Milliarde Impfdosen produzieren. Die USA haben bereits 100 Millionen Dosen bestellt, mit der Option auf 200 Millionen weitere.

Zuvor hatte der US-Pharmakonzern Novavax die Wirksamkeit seines Impfstoffes öffentlich gemacht. In der dritten und letzten Studienphase in Großbritannien habe der Wirkstoff eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent gezeigt, teilte der Konzern mit. Demnach schützt er fast ebenso gut gegen die ansteckendere britische Variante wie gegen den ursprünglichen Erreger. Deutlich weniger wirksam ist er allerdings gegen die zuerst in Südafrika entdeckte Mutante. Novavax will nach eigenen Angaben nun sofort mit der Entwicklung eines Impfstoffs beginnen, der gezielt gegen den Erreger B.1.351 schützen soll.

Quelle: ntv.de, mba/DJ/AFP