Panorama

Erdbeben läuft glimpflich ab Japan hebt Tsunami-Warnung auf

Fünfeinhalb Jahre nach der Dreifachkatastrophe wird die Region im Nordosten Japans erneut von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Mehrere kleinere Flutwellen erreichen die Küste, doch diesmal kommen die Menschen mit dem Schrecken davon.

Ein neues schweres Erdbeben hat in der japanischen Katastrophenregion Fukushima nach ersten Erkenntnissen keine größeren Schäden verursacht. Das Beben der Stärke 7,4 löste Flutwellen von stellenweise über einem Meter aus. Die Tsunami-Warnung für die Küste im Nordosten wurde inzwischen wieder aufgehoben. Laut Medien wurden mehrere Menschen leicht verletzt.

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und anderen Reaktoren in der Region, die alle abgeschaltet sind, gab es nach Angaben der Betreiber keine weiteren Unregelmäßigkeiten. Auch die anfänglich durch die Erschütterung abgeschaltete Kühlung in einem Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima Daini laufe wieder, meldete der japanische Fernsehsender NHK.

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Das AKW Fukushima Daini, ebenfalls am Meer gelegen.

(Foto: REUTERS)

Die Region im Nordosten war am 11. März 2011 von einem schweren Beben und einem gewaltigen Tsunami heimgesucht worden. Damals wurden rund 18.500 Menschen in den Tod gerissen. Im AKW Fukushima Daiichi war es zu einem Gau gekommen.

Flutwellen erreichen die Küste

Nach Angaben der Behörden könnte es in den nächsten sieben Tagen zu weiteren Beben von ähnlicher Intensität kommen. Im Hafen der Stadt Sendai in der Provinz Miyagi wurde eine Flutwelle von 1,40 Meter registriert. An den Küsten von Fukushima und der Provinz Ibaraki wurden Flutwellen von bis zu 90 Zentimetern gemeldet. Das ist deutlich niedriger als bei der Katastrophe vor fünfeinhalb Jahren.

Der Nachrichtensender NHK forderte die Bewohner der Region an der Pazifikküste immer wieder auf, sich sofort auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Sie sollten zudem noch Schlafende aufwecken. Viele Menschen folgten der Aufforderung und suchten Schutz in Schulen und anderen Notunterkünften. Man habe aus der Katastrophe von 2011 gelernt, hieß es von offizieller Seite.

Nach dem Erdbeben war der Bahn- und Flugverkehr vorübergehend beeinträchtigt. Dutzende Schulen blieben sicherheitshalber geschlossen. Es gab Berichte, wonach einzelne kleinere Boote gekentert sein sollen. Die Zentralregierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Das Verteidigungsministerium schickte Flugzeuge und Hubschrauber in die Region, um nach Schäden Ausschau zu halten.

Feuer in Petroleumanlage

In einer Petroleumanlage in Fukushima brach laut Medien ein Feuer aus, das aber schnell gelöscht werden konnte. Ob es durch das Beben ausgelöst wurde, sei unklar. Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es.

Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 25 Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Im Frühjahr war erst der Süden des fernöstlichen Inselreiches getroffen worden. Dabei hatte es Tote und schwere Schäden gegeben.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/chr