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Donnerstag, 09. November 2017

Am 11.11. wird es nass: Jecken brauchen einen Schirm

Nass, grau, kühl ist es bisher im November. Und das bleibt erst einmal so, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Das nächste Polartief steht schon bereit. Es dürfte Karnevalsfans den Start in die Narrensaison und den übrigen Deutschen immerhin das Wochenende verderben.

n-tv.de: Es ist kühl, es ist grau. Irgendwie so richtig typisches Novemberwetter. Wird es auch irgendwann mal wieder besser?

Björn Alexander: Zumindest wird es in den kommenden Tagen deutlich abwechslungsreicher. Damit erhöhen sich zwar ab Sonntag auch mal die Chancen auf ein paar mehr Sonnenstrahlen. Jedoch ist es zuvor dann mal richtig ungemütlich. 

Eingefleischte Karnevalisten lassen sich von ein bisschen Regen die Laune nicht vermiesen.
Eingefleischte Karnevalisten lassen sich von ein bisschen Regen die Laune nicht vermiesen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Worauf müssen wir uns einstellen?

Erst viele Wolken und zum Teil kräftiger Regen, der im Bergland rasch in Schnee übergeht, wenn sich nämlich bei uns ein neuer Schwall Polarluft bei uns einnistet. Und damit sind dann auch in den tieferen Lagen vorübergehend Schnee, Schneeregen oder Graupel möglich. Passend dazu wird auch der Wind teilweise stark bis stürmisch auffrischen. 

"Polarluft" bedeutet für uns welche Temperaturen?

Im Flachland wird es zunehmend nasskalt. Am Samstag bei 6 bis 12 Grad. Der Sonntag bringt gar nur 4 bis 9 Grad und auf den Bergen geht der Regen oberhalb von rund 500 Metern in Schnee über. Besonders am Alpenrand sind auch teilweise kräftige Schneefälle drin. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Hinweis auf Winterausrüstung. Neben den entsprechenden Reifen sollten im Gebirge und auf den Passstraßen die Schneeketten griffbereit sein. 

Braucht man beim einem Allradauto eigentlich vier Schneeketten?

Der Hersteller meines Autos schreibt, dass es zwei auf der vorderen Achse sein sollten. Im Zweifelsfall steht das aber ganz bestimmt in der Bedienungsanleitung. 

Wir haben ja noch nicht einmal Mitte November. Wie ungewöhnlich sind solche Wintereinbrüche derzeit eigentlich?

Ganz normal. Im höheren Bergland sowieso, denn in dieser Zeit kann häufig schon mal die Schneegrundlage für den Winter gelegt werden. Aber auch im Flachland kann es durchaus schon mal eine geschlossene Schneedecke geben. Beispielsweise vor genau einem Jahr. Am 09. November 2016 lagen in Teilen Norddeutschlands bis knapp 20 Zentimeter Schnee. 

Zuletzt war in einigen Medien auch von einem heftigen Wintereinbruch zu lesen. Kommt der tatsächlich?

Kurzfristig gesehen wird es jetzt auf jeden Fall kühler mit Werten bis in den frühwinterlichen Bereich. Ein massiver Wintereinbruch in der zweiten Monatshälfte, um den es in einigen Medienberichten ging, basierte eigentlich nur auf einem Wettermodell. Dem des amerikanischen Wetterdienstes. Dort gab und gibt es immer mal wieder Berechnungen, die uns einen nachhaltigen Kaltluftvorstoss prophezeien. Das sind aber tatsächlich kalte Ausreißer. Das Gros der Prognosen hat diesen extremen Ansatz so nicht im Programm. Kurzum: es ist nicht auszuschließen, dass es so kommen könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr gering. 

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

Dann schauen wir doch mal weniger weit in die Zukunft: Was bringt uns das Wochenende? Vor allem auch im Hinblick auf das jecke Datum. Denn am Samstag ist ja der 11.11. und damit startet in den Karnevalshochburgen die sogenannte "fünfte Jahreszeit".

Da hat es in den vergangenen Jahren definitiv schon mal besser ausgeschaut. Außerdem ist ja auch Martinstag und damit sind sicherlich vielerorts die Martinsumzüge geplant, die leider teilweise ziemlich ins Wasser fallen können. 

Wer bekommt am meisten Regen ab?

Am nassesten wird es in der Südhälfte und an den Nordrändern der Gebirge. Ein paar Auflockerungen sind zwischen den Schauern am ehesten im Norden und im südlichen Ostdeutschland / Sachsen möglich. Ansonsten bleibt es mehrheitlich grau. Außerdem weht ein teilweise starker bis stürmischer Wind aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen, mit dem sich später von Norden polare Meeresluft nähert. Damit sinkt die Schneefallgrenze am Abend in der Mitte auf rund 600 Meter. In den Alpen gegen 1000 Meter. Ein turbulenter Tag also, der an den Küsten und in den Mittelgebirgslagen Sturmböen bringen wird. Im Süden können die Sturmböen auch schon mal bis runter ins Flachland wehen. Die Temperaturen erreichen - wie eingangs bereits erwähnt - maximal 6 bis 12 Grad, bevor die Kaltluft kommt. 

Und am Sonntag ist sie dann da.

Mehr als 4 bis 9 Grad werden es dementsprechend nicht. Dabei ziehen etliche Regenschauer übers Land, die mitunter in Graupel, ganz vereinzelt vielleicht auch in Schneeregen übergehen. Durchweg Schnee fällt oberhalb von 500 Metern, und im Stau der Alpen könnten ab den Lagen von 800 Metern aufwärts auch größere Neuschneemengen zusammen kommen. 

Und am Montag?

Im Süden weiterhin meist dicht bewölkt und zeitweise Regen, ab etwa 500 bis 600 Meter Schnee. Vor allem von Oberschwaben bis nach Oberbayern und in Richtung Alpen sind auch Behinderungen durch Schnee oder Schneematsch möglich. In der Nordhälfte ist es derweil wechselhaft mit Regengüssen und freundlichen Abschnitten. Dazu werden es zwischen 1 und 10 Grad. 

Wie geht es danach weiter?

Tendenziell dürfte sich das Wetter zur Wochenmitte bei ähnlichen Temperaturen etwas beruhigen. Ein nachhaltiger Wintereinbruch mit Kälte und Schnee bis ins Flachland ist somit vorerst einmal nicht in Sicht.

Quelle: n-tv.de

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