Panorama

Verbindung zu Astrazeneca? Kapillarlecksyndrom ruft EMA auf den Plan

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Impfung mit Astrazeneca und Fällen von teilweise tödlichen Thrombosen. Trotzdem sagt die EU-Arzneimittelbehörde ganz klar: Der Nutzen überwiegt das Risiko. Nun mehren sich nach der Impfung allerdings die Fälle einer zweiten Erkrankung.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca und dem Kapillarlecksyndrom. Es geht um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten Gefäßerkrankung, wie sie mitteilt. Bei dem nur sehr selten auftretenden Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, sodass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

Erst am Mittwoch hatte sich die EU-Behörde mit dem möglichen Zusammenhang zwischen der Astrazeneca-Impfung und Dutzenden, teilweise auch tödlichen, Fällen von Thrombosen befasst. Sie kam zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten nach EMA-Angaben ungefähr im Verhältnis 1 zu 100.000 auf. Die Arzneimittelbehörde empfahl deshalb lediglich, Blutgerinnsel künftig als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufzuführen.

Eine ähnliche Überprüfung läuft im Zusammenhang mit dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson.

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In mehreren Staaten wurde der Einsatz des Impfstoffs trotzdem eingeschränkt. Da die Thrombosen vor allem bei jungen Frauen aufgetreten sind, empfiehlt Deutschland, das Vakzin nur an Menschen ab 60 Jahren zu geben. Jüngere Menschen, denen bereits die erste Dosis gespritzt wurde, sollen eine zweite Dosis eines anderen Mittels erhalten.

Großbritannien will das bereits mehr als 20 Millionen Mal verwendete Präparat nur noch an Erwachsenen über 30 Jahren verabreichen. Die Universität Oxford hatte eine klinische Studie mit dem Impfstoff an Kindern und Jugendlichen wegen der Überprüfung vorübergehend gestoppt.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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