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Sogenannte "Killerbienen" greifen stets als ganzer Schwarm an.
Sogenannte "Killerbienen" greifen stets als ganzer Schwarm an.(Foto: imago stock&people)
Sonntag, 10. Juni 2018

Angriff bei Wahl-Veranstaltung: "Killerbienen" verletzen 70 Menschen

Sie sind in einem brasilianischen Labor in den 50er-Jahren entstanden und breiten sich seitdem über mehrere Kontinente aus. Nun haben die sogenannten Killerbienen in Kolumbien mehrere Menschen attackiert.

Eine Wahlkampfveranstaltung des kolumbianischen Ex-Präsidenten Álvaro Uribe ist wegen eines Angriffs von Wildbienen abgebrochen worden. Kurz vor der geplanten Ansprache Uribes attackierten die "Killerbienen" viele Menschen bei dem Treffen in La Loma, 600 Kilometer nördlich von Bogotá. Rund 70 Menschen wurden von der Bienen gestochen, 15 von ihnen mussten ins lokale Krankenhaus eingeliefert werden, wie die Zeitung "El Tiempo" berichtete.

"Die Bienen können von dem Geräusch eines Hubschraubers oder dem Rauch eines Feuers auf der Landepiste aufgescheucht worden sein, wir schließen auch einen Sabotageakt nicht aus", erklärte der Bürgermeister von La Loma, Hidalfo de la Cruz. Der ehemalige Staatschef Uribe (2002-2010) nimmt an der Wahlkampagne für die Präsidenten-Stichwahl vom 17. Juni für den konservativen Kandidaten Iván Duque teil.

Die angriffslustigen Bienen sind aus einer Kreuzung von Honigbienen europäischer Abstammung mit Wildbienen afrikanischen Ursprungs entstanden. Ende der 50er-Jahre hatte ein Forscher in Brasilien die "afrikanisierten Honigbienen" gezüchtet. Einige Bienenschwärme entwichen jedoch dem Labor und breiteten sich daraufhin rasend schnell aus.

Inzwischen gibt es Völker in Süd- und Mittelamerika sowie in den USA. Da nicht einzelne Tiere, sondern stets ein ganzer Schwarm bei vermeintlichen Gefahren angreift und seine Opfer verfolgt, werden die "Killerbienen" mitunter tatsächlich ihrem Ruf gerecht. Eine große Zahl von Stichen - rund 1000 bei Erwachsenen - kann tödlich enden. In Brasilien sterben jedes Jahr rund 200 Personen nach Angriffen der Bienen. In dem Land haben allerdings die Imker gelernt, mit den aggressiven Tieren umzugehen und tragen spezielle Schutzkleidung. Die besser an das tropische Klima angepassten Bienen haben die Honigproduktion in dem Land extrem gesteigert.

Quelle: n-tv.de