Panorama

Mitarbeiter suspendiert Kinderporno-Verdacht erschüttert Bistum

Das Foto vom 09.02.2017 zeigt den Dom und den Bischofssitz in Limburg (Hessen). Gegen einen Mitarbeiter des Bistums laufen Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie. Foto: Thomas Frey/Thomas Frey/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Diözese in Limburg war schon einmal in den Schlagzeilen: wegen ausufernder Kosten beim Bau des Bischofssitzes.

(Foto: dpa)

Nach den negativen Schlagzeilen um die ausufernden Kosten für den Bischofssitz steht das Limburger Bistum erneut im Zentrum eines Skandals: Ein Mitarbeiter soll im Besitz von Kinderpornos gewesen sein. Auch ein Missbrauchsverdacht wird geprüft.

Erneuter Wirbel im katholischen Bistum Limburg: Ein Mitarbeiter steht im Verdacht, Kinderpornografie besessen zu haben. Der Mann wurde vom Dienst freigestellt, wie Bistumssprecher Stephan Schnelle sagte. In welcher Funktion der Verdächtige tätig war, sagte er nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt teilte mit, es habe bei dem Mitarbeiter am 1. Februar eine Durchsuchung gegeben. Dabei stellten die Ermittler Datenträger sicher.

Kinderpornografie-Ermittlungen: Bistums-Mitarbeiter vorerst freigestellt Hessen/ Stephan Schnelle, Pressesprecher des Bistums Limburg, spricht am 09.02.2017 in Limburg/Lahn über die aktuellen Ermittlungen mit den Medien. Gegen einen Mitarbeiter des katholischen Bistums Limburg wird wegen mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt - er ist deshalb vom Dienst freigestellt worden. Das sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Donnerstagmorgen. Child pornography Investigations Diocese Employees moment optional Hesse Stephan fast Spokesman the Diocese Limburg speaks at 09 02 2017 in Limburg Lahn above the Current Investigations with the Media against a Employees the Catholic Diocese Limburg will due suspected Possession from Child pornography determined he is therefore of Service optional been the said Stephan fast at Thursday morning

Stephan Schnelle, Pressesprecher des Bistums Limburg, informiert über den Verdachtsfall.

(Foto: imago/Sascha Ditscher)

"Das Bistum hat die Ermittlungen aktiv unterstützt", betonte die Behörde. Es prüft darüber hinaus, ob es auch Missbrauchsopfer in der Diözese gibt. Der Mann hat früher auch mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. 2010 hatte ein Skandal um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch vieler Kinder und Jugendlicher in Einrichtungen der katholischen Kirche ganz Deutschland erschüttert.

Das Bistum Limburg war in den vergangenen Jahren aber vor allem wegen der hohen Kosten für den neuen Bischofssitz in die Schlagzeilen geraten. Der frühere Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war unter anderem deswegen im März 2014 abberufen worden. Seit September ist Georg Bätzing neuer Bischof. Er sagte, die Vorwürfe müssten nun untersucht werden. "Uns ist daran gelegen, dass das aufgeklärt wird, das ist das Allererste", so Bätzing. "Die Schlagzeile, die diese Verbindung herstellt, beunruhigt sehr."

Büros und einer Wohnung durchsucht

Bätzing habe den Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, den Trierer Bischof Stephan Ackermann, über den Fall informiert. Dennoch wies Bistumssprecher Schnelle darauf hin, dass die Unschuldsvermutung gelte. Der Mitarbeiter bleibe so lange freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Zuerst hatte die "Frankfurter Neue Presse" (FNP) darüber berichtet. Dem Blatt zufolge wurden nach wochenlangen verdeckten Ermittlungen Büros sowie eine Wohnung in Limburg durchsucht. Dabei sei auf Rechnern und elektronischen Speichermedien wie USB-Sticks belastendes Material gefunden worden.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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