Panorama

Schuldig in 165 Anklagepunkten Kino-Amokläufer von Aurora erhält Strafe

Drei Jahre ist es her: Bei einer Kinoaufführung eines Batman-Films läuft James Eagan Holmes in der Stadt Aurora im Bundesstaat Colorado Amok. 12 Menschen sterben, 70 werden verletzt. Jetzt verkündet das Gericht das Strafmaß.

Drei Jahre nach dem Massaker in einem Kino in der US-Stadt Aurora ist James Eagan Holmes zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf Bewährung verurteilt worden. Der Richter in Centennial bei Denver verkündete die Entscheidung der Geschworenen, die sich nach mehrstündigen Beratungen nicht auf eine Strafe für James Holmes einigen konnten.

Um die im Bundesstaat Colorado kaum noch angewendete Todesstrafe zu verhängen, wäre eine einstimmige Entscheidung notwendig gewesen. Holmes hatte am 20. Juli 2012 in Aurora, einem Vorort von Denver, bei der Premiere des Films "Batman - The Dark Knight Rises" mit mehreren Waffen wahllos ins Kinopublikum gefeuert. 12 Menschen wurden getötet, 70 weitere verletzt, einige von ihnen schwer. Die Verteidigung hatte die Einweisung in eine Psychiatrie gefordert.

Der in einem grauen Hemd gekleidete Holmes nahm die Strafe ohne Regung zur Kenntnis. Aus dem Gerichtssaal war während der Verlesung der Strafe mehrfach kurzes Schluchzen zu hören, auch Holmes' Verteidiger trockneten sich mit Taschentüchern die Augen. Die Verteidigung argumentierte in dem Prozess, dass Holmes schizophren sei und nicht gewusst habe, was er tat. Auch psychiatrische Gutachter beider Seiten bestreiten nicht, dass Holmes psychisch krank ist. Doch glauben die Gutachter der Anklage, dass er während der Tat zurechnungsfähig war. Dieser Einschätzung folgten auch die Geschworenen.

Holmes war auch der "Batman-Mörder" genannt worden, weil er bei der Premiere eines "Batman"-Filmes in die Menge geschossen hatte. Er war zunächst unbewaffnet in das Kino gekommen, dann während des Film herausgeschlichen und mit militärischer Ausrüstung wie Helm und Schutzkleidung zurückgekommen. Einige Zuschauer hielten ihn für einen Fan mit Kostüm. Dann schoss er erst mit einer Schrotflinte, dann einem Sturmgewehr und schließlich einer Pistole in die Menge. Das jüngste Opfer war eine Sechsjährige, ihre Mutter ist seit dem Attentat fast völlig gelähmt und hatte einige Tage nach dem Amoklauf eine Fehlgeburt erlitten.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe angestrebt und Holmes 165 Mal angeklagt: Für jeden der zwölf Toten ist Holmes des Mordes und des Totschlags angeklagt, für jeden der 70 Verletzten des versuchten Totschlags und versuchten Mordes - ergibt 164 Fälle. Der letzte und 165. Fall bezieht sich auf die Sprengsätze, mit der er seine Wohnung versehen hatte. Vor drei Wochen war Holmes in allen Punkten schuldig gesprochen worden. Es folgte eine zweite Phase des Prozesses, in der mildernde Umstände geprüft wurden. Die Geschworenen hätten dann die Todesstrafe ausschließen können und Holmes hätte automatisch eine lebenslange Haftstrafe ohne Chance auf Bewährung bekommen.

Quelle: n-tv.de, spt/dpa/AFP/rts

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