Panorama

Unser täglich Cannabis Kirche für Kiffer eröffnet

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Die Anhänger der neuen Kirche haben eine Mission: eine spirituelle und tiefgründige Reise zur Selbstfindung - mit Hilfe von Cannabis.

(Foto: Youtube/The International Church of Cannabis)

Seit wenigen Tagen haben amerikanische Kiffer endlich einen Ort, zu dem sie pilgern können: In der International Church of Cannabis wird nicht Jesus, Budda oder Allah vergöttert - sondern Marihuana.

"Ein spirituelles Zuhause für alle Erwachsenen, die zur bestmöglichen Version ihrer selbst werden möchten": Mit diesem Slogan wirbt die International Church of Cannabis, die in Denver im US-Staat Colorado vor wenigen Tagen ihre Pforten öffnet hat. Die Anhänger der neuen Kirche bezeichnen sich als "die Erhobenen".

Zur Eröffnung am 20. April, den Weltcannabiskulturtag, kamen ein paar Hundert Menschen, offiziell gibt es rund 200 Gemeindemitglieder, wie die "New York Times" berichtete. Gegründet wurde die Gemeinde von Steve Merke und Lee Molloy, die eine 113 Jahre alte Kapelle für ihre Zwecke umgestaltet haben. Der Innenraum wurde vom Spanier Okuda San Miguel und vom amerikanischen Künstler Kenny Scharf gestaltet. Letzterer ist in der Vergangenheit bereits mehrmals durch seinen Drogenkonsum aufgefallen.

"Wir bauen eine Gemeinschaft aus Freiwilligen auf, und der gemeinsame Nenner ist, dass sie Cannabis nutzen, um ihre Leben positiv zu beeinflussen", wird Molloy zitiert. Von den Kirchgängern werde keine Konvertierung zum neu geschaffenen Glauben verlangt. Auch gebe es keine göttlichen Gesetze, keine autoritären Strukturen oder unansprechbare Tabuthemen in der Doktrin der internationalen Cannabiskirche aus Denver, wie Steve Berke, der PR-Mann der Kirche erklärt.

Dafür möchte man dabei helfen, den Geist der Gläubigen zu beflügeln und unter dem Einsatz der heiligen Pflanzenknospen, die besten Kräfte deren Nutzer hervorzubringen, damit die idealen Versionen ihrer Selbst möglichst viel Gutes in der Gemeinde zustande bringen können.

Seit 2012 dürfen Colorados Bürger über 21 Jahre legal Marihuana kaufen und konsumieren - allerdings unterscheidet sich die konkrete juristische Ausgestaltung in den Städten. In Denver ist Kiffen im öffentlichen Raum nach wie vor untersagt. Daher sind die "Gottesdienste" in der International Church of Cannabis auch nicht für jeden zugänglich. Man braucht eine Einladung, um teilzunehmen.

Eine Hotelkette in Colorado hat sich schon auf das neu entdeckte Klientel spezialisiert und lädt unter "Bud + Breakfast" zahlungswillige Kiffer zum Übernachten ein.

Quelle: ntv.de, dsi