Panorama

"Unkontrollierte Invasion" Kölns Problemviertel leidet unter Rattenplage

Massen an Ratten bevölkern eine Hochhaussiedlung in Köln-Meschenich. Sie sitzen auf der Straße und in Hauseingängen - angezogen vom herumliegenden Müll der Anwohner. Als Krankheitsüberträger könnten sie eine ernste Gesundheitsgefahr darstellen. Die Stadt verweist jedoch auf die Hauseigentümer.

Sie kommen aus Hausfluren, sitzen auf dem Bürgersteig und den Müllcontainern: Der "Kölnberg", ein Hochhauskomplex im sozialen Brennpunkt Köln-Meschenich, leidet unter einer Rattenplage. Die Tiere werden vom Hausmüll angezogen, wie der Kölner Express berichtet. Viele Mieter werfen ihren Unrat einfach aus dem Fenster und vom Balkon.

In Köln kommen laut der Zeitung auf jeden Einwohner drei Ratten. Eigentlich verstecken sie sich in der Kanalisation. Nun, wo sie wissen, dass die Menschen sie nicht mehr jagen, flüchten sie nicht mehr und scharen sich in Massen um Gebäude.

Der erfahrene Streetworker Franco Clemens spricht von einer unkontrollierten Invasion der Nagetiere. Mittlerweile sei das gefährlich für die Anwohner und erfordere ein "sofortiges Einschreiten der Gesundheitsbehörden", sagte er in einem Interview mit dem Kölner Express. Die Tiere stellen tatsächlich eine Gesundheitsgefahr dar. So können die Tiere über 100 Krankheiten auf Menschen übertragen, wie Erik Schmolz vom Bundesumweltamt erklärte.

Die Häuser am "Kölnberg" sind jedoch in Privatbesitz - um Schädlingsbefall müsse sich der Hauseigentümer kümmern, erklärte ein Sprecher der Stadt Köln der Zeitung. Auch in anderen Städten wie Mühlheim und Neuruppin kam es in den vergangenen Monaten zu Problemen mit Ratten. Magdeburg sprach im Herbst 2020 sogar von einer historischen Rattenplage in der Stadt.

Quelle: ntv.de, spl

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