Berliner Firma zeigt HerzKollegen verschenken 930 Überstunden

Ein Vater sieht keinen Ausweg und bittet seinen Chef um unbezahlten Urlaub. Doch dann kommt alles anders. Eine herzerwärmende Geschichte, die Hoffnung macht.
Als Jens Rösener ein Schicksalschlag trifft, bekommt er unerwartet Hilfe von seinen Kollegen. Wie die Berliner "B.Z." berichtet, hat der 43-Jährige bei seinem Chef der Berliner Maschinenbaufirma MTS Systems um unbezahlten Urlaub gebeten. Der Grund: Sein Sohn hatte sich während eines Praktikums in einem Kindergarten mit einem Grippe-Virus infiziert und wurde schwer krank.
Trotz fünfwöchiger Reha habe der damals 18-jährige Kim immer wieder Rückschläge erlitten, sein Herz sei immer schwächer geworden. Die Diagnose der Ärzte: Herzmuskelschwäche. In Lebensgefahr schwebend wurde er in eine Spezialklinik nach Heidelberg verlegt. Weil Rösener bei seinem Sohn sein wollte, zog er in einen Wohnwagen auf einem Campingplatz. Doch irgendwann waren Resturlaub und Überstunden aufgebraucht. Rösener sah keinen anderen Ausweg, als den Chef um die unbezahlte Freistellung zu bitten.
Das gefiel dem Geschäftsführer allerdings gar nicht: "Wenn schreckliche Dinge im Leben geschehen, muss man als Team ein wenig zusammenrücken und sich gegenseitig helfen", zitiert die "B.Z." Marcus Piepenschneider. Er suchte nach einer Lösung und kam schließlich auf die Idee, die Firmenangestellten zu bitten, einen Teil ihrer Überstunden zu spenden.
Die Resonanz der 110 Mitarbeiter sei riesig, innerhalb von wenigen Tagen kamen 930 Überstunden zusammen, heißt es weiter. Das entspreche etwa 116 Arbeitstagen. Rösener und sein Sohn Kim seien zu Tränen gerührt gewesen. "Ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekomme, mich in irgendeiner Weise dafür gebührend zu bedanken und zu revanchieren", schrieb der Vater in einer E-Mail an seine Kollegen.
Noch habe Rösener nicht alle geschenkten Überstunden aufgebraucht, berichtet der "Spiegel". Mittlerweile arbeite er wieder, auch seinem Sohn gehe es inzwischen schon viel besser. Er besuche wieder die Schule und wolle dieses Jahr sein Fachabitur machen, um anschließend Politikwissenschaft und Geschichte zu studieren. Er warte jedoch auf ein Spenderherz. Wenn Rösener eines Tages deshalb wieder frei braucht, könne er die restlichen Überstunden abbummeln. Denn eines sei klar: Gespendet ist gespendet.