Panorama

Unterbringung des Kindermörders Kommt Silvio S. in Sicherungsverwahrung?

Silvio S. wird 2016 wegen der Morde an Elias und Mohamed zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Doch eine anschließende Sicherungsverwahrung lehnt der Richter ab. Nun wird diese Frage erneut geklärt, weil die Staatsanwaltschaft S. weiterhin für gefährlich hält.

Die Mordfälle Elias und Mohamed sorgten 2015 bundesweit für Entsetzen: Silvio S. entführte, missbrauchte und ermordete die beiden Jungen innerhalb weniger Monate. Ob er nach seiner lebenslangen Haftstrafe allerdings weiter in Sicherungsverwahrung bleiben wird, beschäftigt ab heute erneut das Landgericht Potsdam. Das Gericht verurteilte den Mörder von Elias und Mohamed vor fast drei Jahren zu einer lebenslangen Haftstrafe, verzichtete jedoch auf die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach Verbüßung der Haft. Eine lebenslange Haftstrafe bedeutet nach deutschem Recht, dass ein Straftäter frühestens nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden kann. Liegt allerdings eine besondere Schwere der Schuld vor, kann das nur in Ausnahmefällen geschehen.

Der Richter stellte im Juli 2016 bei Silvio S. die besondere Schwere der Schuld fest, sprach sich allerdings gegen eine anschließende Sicherungsverwahrung aus. Der Richter folgte zum damaligen Zeitpunkt dem psychiatrischen Gutachten, wonach Silvio S. kein "Hang" nachzuweisen sei, solche Taten zu wiederholen. Der Brandenburger sei weder psychisch krank noch pädophil.

Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Revision ein, woraufhin der Bundesgerichtshof das Urteil teilweise aufhob. Nach Ansicht des BGH hat das Landgericht Fehler bei der Gesamtwürdigung gemacht: Weder seien die rasche Folge der beiden Morde ausreichend gewichtet worden noch die menschenverachtende Weise, in der die Taten begangen wurden. Zum ersten von bislang drei angesetzten Verhandlungstagen ist ein Psychologe als Zeuge geladen. Er soll Auskunft über die Haftsituation von Silvio S. geben. Auch der Sachverständige, der bereits im ersten Verfahren Gutachter war, soll anwesend sein. Für den Prozess zur möglichen Sicherheitsverwahrung sind drei Termine im Mai vorgesehen.

Zwei Morde nacheinander

Den vierjährigen Mohamed nahm S. am 1. Oktober 2015 vom Gelände des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales mit. Er fuhr mit dem bosnischen Flüchtlingsjungen zu seiner Wohnung im Obergeschoss seines Elternhauses im brandenburgischen Niedergörsdorf und missbrauchte ihn dort. Den Missbrauch konnten die Ermittler mit einem Handy-Video nachweisen. Als der Vierjährige quengelte und nach seiner Mama weinte, soll der 33-Jährige den Jungen stranguliert haben.

Bereits drei Monate zuvor hatte er den sechsjährigen Elias in Potsdam in seine Gewalt gebracht. Den Jungen, der vor seinem Elternhaus spielte, lockte Silvio S. am 8. Juli 2015 in sein Auto. Einige Spuren deuten darauf hin, dass Elias anal missbraucht wurde und später durch "gewaltsames Ersticken" starb.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa

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