Panorama

Zahl der Drogentoten gesunken Konsumenten greifen eher zu Crystal

Der UN-Drogenbericht 2012 stellt eine kontinuierliche Verbreitung sogenannter "Designerdrogen" fest. Allein 2011 seien 49 neue Suchtmittel auf den Markt gekommen. Dabei sei deren Beschaffung oft nicht einmal illegal.

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr mit 944 auf das niedrigste Niveau seit einem Vierteljahrhundert gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist es ein Minus von vier Prozent. Allerdings starben mehr Frauen an Drogen: Es waren 177 und damit 33 mehr, wie Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans in Berlin mitteilte.

Die Polizei ertappte erneut deutlich mehr Crystal-Konsumenten. Erstmals als Konsumenten des kristallinen Methamphetamins aufgefallen sind 2556 Menschen nach 1693 im Vorjahr. Auch neue Designer-Drogen sind weiter auf dem Vormarsch.

Gegen die in knallbunten Tütchen, als vermeintliche Räucherkegel oder angebliches Badesalz auf den Markt drängenden, oft riskanten Substanzen scheint es kein Mittel zu geben. "Bei sogenannten Designerdrogen gibt es steigende Umsatzzahlen", sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke.

Beratungs- und Hilfsangebot wirken

Weil sich ihr Vertrieb finanziell lohne, sei auch künftig nicht mit einem Rückgang zu rechnen. 2012 wurden in Deutschland 24 illegale Labors zur Herstellung synthetischer Drogen beschlagnahmt. Das Problem ist, dass schon kleinere Veränderungen der molekularen Struktur aus einem verbotenen Stoff offiziell eine neue Substanz machen, die dann nicht unter bestehende Verbote fällt.

Insgesamt wirkten die Beratungs- und Hilfsangebote gegen Rauschgiftmissbrauch, sagte die FDP-Politikerin Dyckmans. Sorgenvoll zeigte sie sich wegen der gestiegenen Zahl weiblicher Drogentoten. "Hier müssen wir sehen, ob die Angebote nicht ausreichend sind."

Insgesamt wurde zuletzt 1988 eine niedrigere Zahl (670) an Drogentodesfällen gemeldet. Die meisten Drogenabhängigen starben an Vergiftungen wegen gleichzeitiger Einnahme verschiedener Substanzen.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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