Panorama

Bauer stellt Spendenbox auf Kornkreis lockt Münchner ins Weizenfeld

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So würden Außerirdische auf den Kornkreis runterschauen: Die winzigen Punkte sind Besucher, die das Werk durchstreifen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst trampeln Unbekannte dem Bauern sein Weizenfeld nieder, dann stürmen Massen von Großstädtern herbei und schauen sich das Werk an, zum Schluss soll der Mann auch noch die Corona-Regeln durchsetzen. All dies mal beiseitegelassen: Der Kornkreis am bayerischen Ammersee ist wunderschön.

Ist es Kunst, ein Streich oder gar ein mystisches Werk? Im oberbayerischen Pähl am Ammersee wurde ein riesiger Kornkreis in ein Weizenfeld gedrückt, der mit akkuraten Formen und Symmetrie beeindruckt. Wer das Gebilde wann auf dem Acker von Georg Steingruber erschaffen hat, ist auch dem Landwirt ein Rätsel. Entdeckt habe er den Kreis am Sonntag, erzählte er. Jetzt kommen viele Schaulustige und Esoterik-Anhänger nach Pähl. Für Steingruber sind die Besucher, die in dem Feld auch positive Energien finden wollen. An sich kein großes Problem - solange sie nicht wild parken.

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Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie: Auch in Kornkreisen ist Abstand nötig.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Von dem Feld kann ich eh fast nichts mehr runterernten", sagte der 35-Jährige. "Da kann man das Kunstwerk ja auch herzeigen." Allerdings meldete sich auch das Landratsamt Weilheim-Schongau und bat ihn, als vermeintlicher Veranstalter auch auf Abstandsregeln zu achten. Mittlerweile sei das aber geklärt, sagte ein Sprecher des Landratsamts: "Herr Steingruber hat uns mitgeteilt, dass er nicht als Veranstalter auftritt, daher sind die Besucher selbst verantwortlich für die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum. Möglicherweise wird die Polizei das ab und zu überprüfen."

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Der "Münchner Merkur" berichtete, wie der Bauer den Kornkreis entdeckte: Wegen eines Wildschadens habe er sich ein Luftbild seines Ackers machen lassen. Dort entdeckte Steingruber dann das kunstvolle Gebilde. Passend dazu kommt der Besucheransturm vorwiegend aus München: Stoßstange an Stoßstange stünden die Autos, die Leute liefen querfeldein. Um ein wenig Ordnung in die Esoterik-Schau zu bringen, habe der Bauer die Wege durch die Halme mit rot-weißem Flatterband markiert: Damit auch keiner in dem rätselhaften Labyrinth verloren geht.

Neben dem Kornkreis hat der Bauer eine Spendenbox aufgestellt. Anzeige gegen Unbekannt habe er nicht erstattet: "Das läuft eh ins Leere." Und in etwa zwei Wochen werde gemäht, sagte er. Auf demselben Feld wurde bereits 2007 ein solches Gebilde geschaffen. Damals hatte noch ein anderer Landwirt das Grundstück gepachtet. 2014 tauchte dann ein Kornkeis auf einem Feld im benachbarten Raisting auf.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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