Panorama

"Schmerz sitzt unglaublich tief" Krefeld trauert mit Kerzenmeer um Affen

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Kerzen und Stofftiere liegen vor dem Krefelder Zoo.

(Foto: dpa)

Wie es nach der Brandkatastrophe mit dem Affenhaus im Krefelder Zoo weitergeht, weiß auch der Direktor nicht so genau. Für ihn steht nun die Trauerverarbeitung im Vordergrund. Zudem werden erste Ergebnisse der Untersuchung durch Sachverständige erwartet.

Ein Meer aus Kerzen hat in der Nacht vor dem Krefelder Zoo an die mehr als 30 verbrannten Tiere erinnert. "Das ist unglaublich", sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen am Morgen dem Sender WDR2. Auch für die Mitarbeiter stehe nun - neben der Pflege der übrigen Tiere - die Trauerverarbeitung im Vordergrund.

"Der Schmerz, der da ist, sitzt unglaublich tief." Konkrete Vorstellungen, wie es mit dem niedergebrannten Affenhaus und der Zucht der in der Wildnis teilweise bedrohten Tiere nun weitergehe, gebe es noch nicht, sagte Dreßen. Er stehe aber zur Menschenaffenhaltung im Krefelder Zoo, sagte der Direktor. Der Zoo bleibt derweil weiter geschlossen.

Bei dem Feuer waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Es entstand ein Millionenschaden. Die Tiere, die ums Leben gekommen sind, seien ein unersetzlicher Verlust, auch für die Erhaltungsprogramme, sagte der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete.

Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Kriminalpolizei und Sachverständige untersuchten den Brandort, Ergebnisse werden für heute erwartet. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine zum Jahreswechsel gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese sind in weiten Teilen Deutschlands verboten. Am Mittwoch hatten sich mögliche Brandverursacher bei der Polizei gemeldet. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", erklärte die Polizei.

Eine Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht. Das sei nicht vorgeschrieben, erklärte der Zoo. Der Brand habe sich so schnell entwickelt, dass eine solche Anlage auch nicht geholfen hätte, hieß es. Eine Brandschutzversicherung bestehe aber.

Quelle: ntv.de, mli/dpa