Panorama

Ausbruch in Schlachtbetrieb Kreis in NRW durchbricht Corona-Obergrenze

Im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld verbreitet sich das Coronavirus innerhalb der Belegschaft eines großen Schlachtbetriebs. Das verhagelt der Region die Statistik: Coesfeld überschreitet den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert für Neuinfektionen.

Der Landkreis Coesfeld hat die kritische Schwelle von 50 Coronavirus-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts kommt die Region auf den Wert 52,7. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass zahlreiche im Zuge der Corona-Krise verfügte Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder gelockert werden, bei einer Überschreitung dieser Obergrenze aber umgehend wieder ein Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss.

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Ob diese Regelung im Fall Coesfeld greift, ist unklar. Teil der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern war auch, dass die "Notbremse" nur greifen soll, wenn sich die Neuinfektionen nicht mehrheitlich einem Ausbruch in einer einzelnen Einrichtung zuordnen lassen. Im Lankreis Coesfeld liegt eine Fleischfabrik des Unternehmens Westfleisch, in dem nach einem Ausbruch umfangreich getestet wurde. Dabei stellten sich 129 Mitarbeiter als infiziert heraus, 13 von ihnen kamen ins Krankenhaus.

Die Verläufe seien vergleichsweise mild, erklärte ein Firmensprecher. Alle Infizierten, die nicht im Krankenhaus liegen, und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Am Werkstor werde kontaktlos Fieber gemessen, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den Behörden, sagte der Sprecher. Entgegen ersten Befürchtungen sei die Produktion im Betrieb nicht eingestellt worden. Sie laufe in reduziertem Umfang weiter.

Greiz will Lockerungen umsetzen

Von den 1200 Mitarbeitern waren bisher rund 200 getestet worden. Nun soll die restliche Belegschaft folgen. Der Kreis Coesfeld erklärte, dass die Situation fortlaufend bewertet und über Maßnahmen beraten werde.

Neben dem Kreis Coesfeld überschreitet derzeit noch der thüringische Landkreis Greiz den Grenzwert. Hier infizierten sich in den vergangenen sieben Tagen nach RKI-Angaben 75,4 Menschen mit dem Coronavirus. Als Ausgangspunkt gelten hier mehrere größere Familienfeiern Ende Februar und Anfang März, derzeit spielt sich das Infektionsgeschehen hauptsächlich in Pflegeeinrichtungen ab. Der thüringische Landkreis plant daher trotz des überschrittenen Grenzwerts, die Lockerung der Maßnahmen umzusetzen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa