Panorama

Taten für Altersvorsorge LKA schreibt RAF-Trio weitere Überfälle zu

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Zwei Überfälle 2006 und 2009 werden den Ex-RAF-Terroristen zugeordnet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Jahren fahnden die Behörden nach drei immer noch aktiven mutmaßlichen RAF-Mitgliedern. Dem Trio kann die Beteiligung an mehreren Überfällen zugeordnet werden. Die Aktionen dienen wohl ihrem Lebensunterhalt. Nun ist die Liste um zwei Altfälle reicher.

Auf das Konto der wegen einer Überfallserie in Norddeutschland gesuchten drei Ex-RAF-Terroristen gehen nach Erkenntnissen der Fahnder zwei weitere Überfälle in Nordrhein-Westfalen. Anhand von DNA-Spuren werden dem Trio Überfälle auf Supermärkte 2006 in Bochum-Wattenscheid und 2009 im westfälischen Löhne angelastet, wie das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) mitteilte.

Die Zahl der mutmaßlich von den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette begangenen Raubüberfälle steigt damit auf zwölf. Wie LKA-Chefermittler Matthias Behnke dem "Spiegel" sagte, gehen die Fahnder inzwischen davon aus, dass die drei mit echtem Ausweis unter einer falschen Identität in Deutschland leben - und zwar seit Langem.

Vor den Überfällen dürften sie wohl ihr Aussehen verändern. Nach den Taten legen sie vermutlich die Maskerade ab und lagern ihre Waffen womöglich in Erddepots aus RAF-Zeiten ein. "Wir glauben, dass sie in ihrem Lebensumfeld anders aussehen", sagte Behnke weiter.

Zuletzt schlug das Trio laut Polizei im Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig zu. Mit Panzerfaust und Automatikgewehr überfielen dort zwei Männer und eine Frau einen Geldtransporter und ein Geschäft. Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Mit Terror haben die jüngsten kriminellen Machenschaften des Trios aber wohl nichts mehr zu tun, eher mit der Altersvorsorge, meinen Experten.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa