Panorama

Mord, Suizid, PsychiatrieLa Gaiola scheint verflucht zu sein

19.12.2016, 16:03 Uhr

Jedem, der das idyllische Eiland La Gaiola in der Bucht von Neapel im Lauf der Jahrzehnte besessen hat, ist Schlimmes widerfahren. Viele Italiener glauben: Auf der Insel lastet ein Fluch.

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Wer sich auf der Insel La Gaiola niederlässt, muss um sein Leben fürchten. (Foto: wikimedia/Baku)

La Gaiola ist ein winziges Inselchen direkt vor der Küste im Golf von Neapel. Ihr Anblick entzückt, dennoch meiden viele Italiener das Eiland, das nur aus zwei Felsen besteht und aus deren Mitte eine einst prachtvolle Villa emporragt. Der Grund: La Gaiola birgt eine düstere Geschichte.

Ob Tod, Ruin oder Krankheiten - bislang widerfuhr jedem, der La Gaiola im Lauf der Jahrzehnte besessen hat, Schlimmes. Wie "The Irish Sun" berichtet, begann das Grauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um 1920 kaufte ein gewisser Schweizer Hans Braun La Gaiola. Kurz darauf wurde er tot aufgefunden, eingewickelt in einen Teppich. Seine Witwe soll sich vor Trauer im Meer ertränkt haben.

Der nächste Besitzer war der deutsche Parfum-Händler Otto Grunback. Er starb kurz nach dem Erwerb der Insel an einem Herzinfarkt. Auch die nachfolgenden Eigentümer von La Gaiola waren nicht vom Glück gesegnet. Der dritte Besitzer, der Schweizer Schriftsteller Maurice Sandoz, lebte in den 1950er Jahren auf dem idyllischen Eiland. Doch schon ein paar Jahre später landete er in einer psychiatrischen Klinik in der Schweiz, wo er sich 1958 das Leben nahm.

Bankrott, Entführung und nochmal Pleite

Der nächste Eigentümer war ein deutscher Stahl-Industrieller namens Paul Karl Langheim. Er soll auf La Gaiola ein so ausschweifendes Leben genossen haben, dass er Bankrott ging und die Insel an Gianni Agnelli verkaufen musste. Der Fiat-Erbe und späterer Chef des Autokonzerns, entging 1952 nur knapp dem Tod. Er prallte mit seinem Auto in Südfrankreich mit 160 Kilometern pro Stunde gegen einen Lkw. Schuld daran soll die Insel sein, was zeitlich allerdings nicht hinkommt: Agnelli kaufte La Gaiola erst nach seinem Unfall. Sein Unglück ging jedoch weiter: Sein einziger Sohn nahm sich das Leben.

1968 wechselte das Mini-Eiland erneut den Besitzer. Aber auch Kunstmäzen und US-Öl-Multimilliardär Jean-Paul Getty blieb vom Fluch nicht verschont. Er wohnte gerade fünf Jahre auf La Gaiola, als sein Enkel entführte wurde. Doch zunächst weigerte sich Getty, Lösegeld zu zahlen. Erst als die Entführer dem 17-Jährigen ein Ohr abschnitten, zahlte er rund drei Millionen Dollar. Sein Enkel wurde erst nach fünf Monaten Gefangenschaft freigelassen - abgemagert und traumatisiert.

Seitdem der neapolitanische Unternehmer Gianpasquale Grappone die Insel 1978 aufgrund seines finanziellen Bankrotts wieder hergeben musste, will niemand mehr auf der Insel, die von den Einheimischen den Namen "isola maledetta" (verdammte Insel) verpasst bekam, leben. Das Reiseportal "Travelbook" berichtet sogar, dass Grappones Ehefrau ausgerechnet am Tag der Versteigerung von La Gaiola bei einem Autounfall ums Leben kam.

La Gaiola ging schließlich in den Besitz der Region Kampanien über. Seitdem verfällt die einst prachtvolle Villa zusehend - was der Insel tatsächlich ein recht gruseliges Aussehen verleiht.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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