Panorama

"Erwartungsgemäßer" Anstieg Labore: Delta bei fast jeder zweiten Infektion

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Die Delta-Variante ist in Deutschland weiter auf dem Vormasch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Wochen warnen Experten, dass die Delta-Variante auch hierzulande das Infektionsgeschehen dominieren wird. Nun meldet der Laborverband ALM, dass mittlerweile fast die Hälfte aller positiven Corona-Proben auf die Mutante aus Indien zurückzuführen ist.

In deutschen Laboren geht mittlerweile knapp die Hälfte aller untersuchten Corona-Befunde auf die Delta-Variante zurück. Das teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) mit. Demnach betrug der Delta-Anteil bei der Datenerhebung der Woche bis 4. Juli 47 Prozent. Der Verband sprach von einem "erwartungsgemäßen" Anstieg.

Die Zahlen des ALM decken sich in etwa mit der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) von vergangener Woche. Es sei damit zu rechnen, dass die in Indien entdeckte Mutante "mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht", schrieb das RKI mit Bezug auf die Woche bis 4. Juli. Aktuelle Daten des RKI werden am Mittwochabend erwartet.

Zuletzt seien in den ALM-Laboren 613.991 PCR-Untersuchungen innerhalb eine Woche gemacht worden. Dabei gab es 5065 positive Befunde, das entspreche einer weiterhin niedrigen Positivrate von 0,8 Prozent. Weiterhin gebe es Kapazitäten für rund zwei Millionen PCR-Tests pro Woche.

"Es gilt unverändert, dass aufgrund der deutlichen Ausbreitung der Delta-Variante die Kapazitäten vorgehalten werden, damit wir jederzeit auf kurzfristige Herausforderungen reagieren können", sagte Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM, laut einer Mitteilung.

Bereits vergangene Woche sagte die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek, sie nehme an, dass Delta bereits in bestimmten Gebieten, vielleicht sogar deutschlandweit vorherrschend sei. Dass die Delta-Anteile relativ stark zugenommen hätten, liege auch an den derzeit sehr niedrigen Fallzahlen. Ausbrüche - die laut RKI Haushalte, Arbeitsplätze und Schulen betreffen - spielten eine Rolle. Bei weiterer Ausbreitung könne die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder steigen, sagte Ciesek im Podcast "Coronavirus-Update" von NDR-Info.

Für Ciesek kommt es nun auf rasches Eindämmen an: "Delta verzeiht das noch weniger als die anderen Varianten, wenn man nicht schnell genug handelt." Ausbrüche müsse man in den Griff bekommen, etwa durch schnelle Nachtestungen und Quarantäne.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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