Panorama

Wetterwechsel nach Dürre Lang ersehnter Regen kommt bald

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Auf Regen musste Deutschlands Natur lange warten - nun soll er endlich kommen.

(Foto: imago images/Sabine Gudath)

Viele Landwirte hoffen seit Wochen auf Regen - und nun scheint es endlich so weit zu sein: Im Laufe der Woche wird das Dauerhoch jäh beendet und bringt den lang ersehnten Niederschlag, zumindest in Teilen Deutschlands. Auch Gewitter sind mancherorts möglich.

ntv.de: Die Dürre soll schon bald ein Ende haben. Wie ist der aktuelle Stand beim Wetter?

Björn Alexander: Unser Dauerhoch "Odilo" hat sich inzwischen in Richtung Südosteuropa verlagert und liegt am Schwarzen Meer. Damit ist der Weg frei für die Tiefs aus Westen. Gleich drei Tiefs haben sich inzwischen über Skandinavien, Westeuropa und dem Atlantik in Stellung gebracht. Zugegebenermaßen wird der Wetterwechsel nicht jedem leicht über die Lippen gehen. Denn die Namensvergabe der FU Berlin ist am Ende des zweiten Durchlaufs angelangt und damit sind X, Y und Z an der Reihe: Xenia, Yve und Zlatina.

Wie viel Regen können wir denn erwarten?

Das sehen die Modelle zum Teil noch unterschiedlich. Allerdings steht ein grober Fahrplan bis zum Ende der Woche. Am meisten fällt Richtung Alpen und südlich der Donau. Da gleicht sich die Wasserbilanz mit 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter bis einschließlich nächsten Sonntag definitiv ganz gut aus.

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Landwirte klagen über Regenmangel und trockene Böden.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Regensieger Alpen. Wo bleibt es am trockensten?

Die trockensten Regionen liegen im Lee von Harz und Thüringer Wald. Das heißt, vom Thüringer Becken und dem östlichen Harzvorland bis in die Lausitz. Hier sind nach jetzigem Stand maximal 5 bis 15 Liter pro Quadratmeter möglich. Das reicht, um die Luft zu entstauben und um den Feldfrüchten mal etwas Starthilfe zu geben. Aber die Dürre ist damit natürlich noch nicht passé.

Was bekommen wir im übrigen Land?

Bis einschließlich Sonntag bekommt der große Rest zwischen 10 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Das ist also eine durchaus nennenswerte Regenausbeute. Die reicht zwar noch nicht, um die Trockenheit der letzten knapp sechs Wochen auszugleichen. Aber in den nassesten Bereichen wird auf jeden Fall schon mal die Wasserbilanz des Aprils fast ausgeglichen. Normalerweise bringt der April im deutschlandweiten Durchschnitt circa 50 bis 60 Liter pro Quadratmeter.

Wann wird denn der meisten Regen fallen?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Für diejenigen, die am Maifeiertag einen Ausflug oder eine Wanderung planen, habe ich diesbezüglich eher schlechte Nachrichten. Denn das Gros des Regens dürfte von Donnerstag bis Samstag fallen. Außerdem geht das Feiertagswetter noch mit einigen Wettergefahren einher, die wir, ähnlich wie den Regen, schon lange nicht mehr erlebt haben.

Welche sind das?

Zum einen müssen wir neben teils kräftigen Schauern auch mit Gewittern rechnen. Gerade jetzt, wo viel mehr Menschen als sonst sich in der Natur vor der Haustür bewegen, erhöht das natürlich bei Fehlverhalten auch die Wahrscheinlichkeit, einem Blitzeinschlag ausgesetzt zu sein. Zum anderen sind vor allem im Süden auch Sturmböen möglich. Gerade in den zum Teil sehr mitgenommenen Wäldern durchaus mit der Gefahr von Windbruch.

Welche Trends gibt es für die nächste Woche: Erneute Dürre oder Regen?

Nach einem unterkühlten Monatswechsel, der uns kaum mehr als 10 bis 17 Grad bringen wird, geht es am Sonntag schon mal einen kleinen Schritt aufwärts bei 13 bis 20 Grad. Montag und Dienstag sind temperaturtechnisch noch völlig offen.

Was heißt das?

Ein Teil der Wettercomputer sieht warme bis heiße Saharaluft Richtung Mitteleuropa strömen. Damit wären in der nächsten Wetterwoche besonders im Süden sogar hochsommerliche Temperaturen bis zu 30 Grad denkbar. Jedoch gibt es eben auch deutlich kühlere Ansätze. Wettertechnisch sieht es ebenfalls noch unentschlossen aus. Am wahrscheinlichsten sind dabei die leicht wechselhaften Varianten mit Schauern und Gewittern. Je nachdem, ob die heiße Luft kommt und wie weit sie nordwärts vorankommt, wären auch Grenzwetterlagen mit Luftmassengrenze und hohem Unwetterpotenzial möglich. Allerdings ist es für Details noch viel zu früh. Eine stabile Hochdrucklage für das ganze Land ist aber momentan eher unwahrscheinlich.

Quelle: ntv.de