Panorama

Im Namen der Tradition Lebendiger Stier angezündet

3.JPG

Unerträgliche Folter: Der Stier versuchte den Flammen zu entkommen.

(Foto: Youtube/Agencia Efe)

Es ist ein barbarisches Spektakel, das die Menschen in einem kleinen Dorf in Spanien Jahr für Jahr zelebrieren. Beim "Toro Júbilo" werden einem Stier Feuerbälle auf die Hörner gespießt und angezündet. Tierschützer haben heimlich gefilmt.

Ein Video von einem mit Feuer misshandelten Stier macht derzeit im Internet die Runde. Es stammt aus dem spanischen Ort Medinaceli, wo Tierschützer ein grausames Ritual mit einer versteckten Kamera gefilmt haben.

Schon seit 400 Jahren findet dort das Festival "Toro Júbilo"(Freudenstier oder Jubelstier) statt. Immer am zweiten Wochenende im November wird dafür einem Stier - im Namen der Tradition - eine Art Metallgestell auf seine Hörner gespießt. An dem Gestell befinden sich zwei Bälle, bestehend aus Teer und Schwefel. Nachdem man den Rücken des Stieres mit Lehm eingerieben hat, um ihn so gegen die herunterfallenden Funken zu "schützen", werden die Bälle angezündet. 

Dann wird der "Toro de Fuego", der brennende Stier, losgelassen und durch die Straßen gejagt. Durch die starke Hitze schmilzt der weiche Teil des Horninneren, was dem Stier unvorstellbare Schmerzen zufügt. Der Teer verflüssigt sich und tropft auf den Körper und in die Augen des Tieres. Die brennende Flüssigkeit hinterlässt tiefe Verbrennungen.

Die Feuerbälle können stundenlang brennen und werden, wie im Video zu sehen ist, immer wieder neu entzündet. Nicht selten werfen sich die Stiere blind vor Schmerz und Verzweiflung heftig gegen Mauern, wobei sie sich so sehr verletzten, dass sie sich dabei selbst töten.

Während der brennende Stier unvorstellbare Qualen durchlebt, jubeln, klatschen und grölen die Zuschauer um ihn herum. Wenn das Fest vorbei ist, wird der Stier hingerichtet, mit dem berühmten Dolchstoß, wie man ihn von den Stierkämpfen kennt.

Laut amtlicher Statistik fanden 2014 insgesamt 1868 Stierspektakel in Spanien statt. Zusammen zogen sie laut dem Branchenverband Anoet sechs Millionen Zuschauer an. Rund 60.000 Tiere werden jährlich bei Volksfesten gepeinigt oder getötet.

Quelle: n-tv.de, dsi

Mehr zum Thema