Panorama

Leiche auf Reiterhof zerstückelt Liebespaar muss lebenslang ins Gefängnis

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Liebespaar auf der Anklagebank: Die Richter verhängen zweimal Lebenslang.

(Foto: picture alliance/dpa)

Verbrechen in Schleswig-Holstein: Ein Paar aus dem Rotlichtmilieu tötet den Ex-Mann der Frau. Die beiden zerstückeln die Leiche und verstecken sie in Beton. Die Tochter hilft beim Vatermord, bringt aber die Ermittler auf die richtige Spur. Das Gericht verhängt nun zweimal lebenslange Haftstrafen.

Im Fall eines fast zwei Jahre unentdeckten Mordes mit einer zerstückelten Leiche auf einem schleswig-holsteinischen Bauernhof sind die beiden Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe sprach eine 39-Jährige und ihren 48-jährigen Lebensgefährten schuldig, den früheren Partner der Frau heimtückisch getötet und die Leiche versteckt zu haben.

In dem Fall ist inzwischen auch die minderjährige Tochter der Angeklagten als potenzielle Mittäterin angeklagt. Gegen sie wird ab Mittwoch in einem separaten Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Itzehoe unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Die Tochter galt zunächst lediglich als Zeugin der Ereignisse.

In dem unübersichtlichen Fall geht es um den Mord am früheren Freund der 39-Jährigen. Beide lebten gemeinsam mit ihren zwei Töchtern auf einem Bauernhof bei Dammfleth im Westen Schleswig-Holsteins. Die Frau meldete ihren Lebensgefährten schließlich im April 2017 als vermisst.

"Morgen bringen wir meinen Vater um"

Hinweise auf ein Verbrechen gab es über lange Zeit nicht. Erst später wandten sich ehemalige Freunde der Tochter mit entsprechenden Hinweisen an die Polizei, weil diese ihnen gegenüber von der Tat erzählt hatte. Die Beamten ermittelten und durchsuchten im März vergangenen Jahres den Hof, wobei sie auf die Leiche des Vermissten stießen.

Die beiden Angeklagten hatten sich rund 20 Jahre zuvor im Hamburger Rotlichtmilieu kennengelernt. 2016 begannen sie nach Überzeugung des Gerichts ein "heimliches Verhältnis". 2017 folgte sein Einzug auf dem Reiterhof. Offenbar gefiel dem 47-Jährigen das heimliche Dreiecksverhältnis nicht. Denn im April 2017 schlug er der Frau und ihrer damals 14 Jahre alten Tochter vor, den 42-jährigen Nebenbuhler gewaltsam zu beseitigen. "Morgen bringen wir meinen Vater um", teilte die 14-Jährige laut Gericht ihrem damals 16 Jahre alten Freund per Whatsapp mit. Mutter und Tochter lockten das Opfer unter einem Vorwand in ein Zimmer, in dem sich der neue Partner der Frau versteckte. Dieser tötete den Freund der Frau dann per Kopfschuss.

Die 14-Jährige habe anschließend aufgepasst, dass die Mutter und deren Freund bei der Spurenbeseitigung nicht von ihrer jüngeren Schwester überrascht wurden. Die Leiche wurde zunächst in der Reithalle in einer Grube versteckt, später holte der Mann sie nach Erkenntnissen des Gerichts heraus und zerstückelte sie. Einzelne Leichenteile wurden einbetoniert - der Torso kam wieder zurück in die Grube und wurde mit Kalk bedeckt.

Die Frau befand sich seit Ende vorigen Jahres auf freiem Fuß. Nach der Urteilsverkündung wurde sie wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa