Rechte Schmierereien übersprühtLimburg will Geld von Anti-Nazi-Aktivist
Da die Stadt Limburg seiner Meinung nach zu langsam auf Anzeigen wegen Nazi-Schmierereien reagiert, greift ein Mann kurzerhand selbst zur Sprühdose und übermalt die rechtsextremen Motive. Die Stadt verlangt nun Schadensersatz, doch der Mann "würde es wieder tun".
Weil er auf eigene Faust Nazi-Graffiti übersprüht hat, will die Stadt Limburg einen Mann auf Schadensersatz verklagen. Die Verwaltung der hessischen Stadt wirft dem Aktivisten vor, dass die Entfernung seiner Sprühfarbe aufwändig und teuer sei.
Rechtsextreme Schmierereien wie Hakenkreuze oder rassistische Sprüche würden ohnehin schnell entfernt, sobald eine Anzeige vorliege. Daher stellte sie für das Übersprühen vorerst eine Rechnung von über 3000 Euro.
Der als Lehrer arbeitende Mann argumentierte hingegen, dass Neonazis und Rassisten kein Raum gegeben werden dürfe. Die Stadt reagiere hingegen zu langsam auf derartige Verunstaltungen im öffentlichen Raum. Er selbst habe mehrfach auf verschiedene verfassungsfeindliche Schmierereien hingewiesen, doch habe die Stadt daraufhin nichts unternommen.
"Ich würde es immer wieder tun"
Er erinnerte außerdem daran, dass in Limburg erst im Oktober ein Flüchtling aus Ruanda getötet worden sei. Die Polizei hält bei der Tat Ausländerhass für ein mögliches Motiv.
Der Mann argumentierte gegenüber dem Hessischen Rundfunk weiter, dass er gar keine Gegenstände der Stadt beschädigt habe, sondern lediglich das, was sich bereits auf diesen Gegenständen befunden habe – eben eindeutig rechtsextreme Aufkleber oder Graffitis. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagte er und ergänzte, dass er es "immer wieder tun" würde.
Eine Güteverhandlung blieb vorerst ohne Ergebnis. Allerdings reduzierte das Ordnungsamt den geforderten Schadensersatz mittlerweile auf rund 990 Euro. Die Richterin will am 9. Dezember über den Fall entscheiden.