Panorama

Aus Italien und Frankreich Luftwaffe fliegt erneut Corona-Patienten ein

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Der MedEvac-Airbus der Bundeswehr hat bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung.

(Foto: via REUTERS)

Die Kapazitäten auf den Intensivstationen in Frankreich und Italien sind nahezu erschöpft. Deutschland unterstützt die Nachbarn und nimmt als "Zeichen der Solidarität" erneut Covid-19-Patienten aus den beiden Ländern auf.

Wegen der schwierigen Lage in Nordtalien und teils auch in Frankreich hat die Bundeswehr weitere Corona-Patienten zur Behandlung nach Deutschland geholt. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, flog ein Airbus A310 MedEvac von Köln nach Bergamo, um sechs Italiener in Kliniken nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Ein Militärtransporter des Typs A400M flog zwei französische Intensivpatienten aus Straßburg nach Stuttgart. Insgesamt werden jetzt mehrere Dutzend ausländische Corona-Patienten in Deutschland behandelt.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach von einem wichtigen "Zeichen der Solidarität". "Europa muss zusammenhalten", so die CDU-Vorsitzende. "Natürlich stehen wir unseren Freunden bei." Außenminister Heiko Maas meinte auf Twitter: "Solidarität ist der Schlüssel, auch um die Corona-Krise zu bewältigen." In deutschen Kliniken gibt es noch ausreichend Platz, um Menschen zu versorgen, die wegen einer Infektion auf künstliche Beatmung angewiesen sind.

Bereits am Samstag hatte die Bundeswehr sechs Intensivpatienten aus der besonders schlimm betroffenen italienischen Stadt Bergamo nach Köln geflogen. Sie werden nach Angaben der NRW-Staatskanzlei nun im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Unikliniken Köln und Bonn behandelt. Die schwer erkrankten Franzosen sollen im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt werden, wie es aus dem Verteidigungsministerium hieß.

An Bord des MedEvac-Airbus stehen bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung zur Verfügung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

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Die Bundeswehr wurde vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten, weil dessen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichen. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. Zuvor waren schon sechs Patienten von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Samstag, bislang seien 73 Klinikplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden. Zudem würden 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland behandelt. Die Charité in Berlin nahm nach Angaben der Senatskanzlei vom Sonntag sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Zudem wurden nach Angaben der NRW-Staatskanzlei zwei Patienten aus Metz in die Uniklinik Essen geflogen. In der Uniklinik Hamburg-Eppendorf werden zwei Patientinnen aus Frankreich intensivmedizinisch behandelt.

Quelle: ntv.de, mba/dpa